Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Zuständigkeit
  • Fälligkeit
  • Bemessungsgrundlage

1 So kontieren Sie richtig!

 
Praxis-Wegweiser: Das richtige Konto
Kontobezeichnung SKR03 SKR 04 Eigener Kontenplan Bilanz/GuV
Gesetzliche soziale Aufwendungen 4130 6110   Gesetzliche soziale Aufwendungen
Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 1740 3720   Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt

So kontieren Sie richtig!

Arbeitgeber müssen die Insolvenzgeldumlage an die Krankenkassen abführen. Die Buchung erfolgt auf das Konto "Gesetzliche soziale Aufwendungen" 4130/6110 (SKR 03).

Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto "Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt" 1740/3720 (SKR 03/04).

 
So buchen Sie richtig

Buchungssatz:

Gesetzliche soziale Aufwendungen

an Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Zahlung einer Insolvenzgeldumlage

Hans Groß beschäftigt 4 Arbeitnehmer mit einem Bruttogehalt von jeweils 3.000 EUR. An die Krankenkassen muss er Insolvenzgeldumlagen i. H. v. jeweils 0,06 % des Bruttogehalts = jeweils 1,80 EUR, zusammen also 7,20 EUR, überweisen.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03/04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03/04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
4130/6110 Gesetzliche soziale Aufwendungen 7,20 1740/3720 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 7,20

3 Zweck und Finanzierung der Umlage – Antragstellung von Insolvenzgeld

Die gesetzlichen Unfallversicherungsträger ziehen die Insolvenzgeldumlage nicht ein, sondern die Krankenkassen ziehen die Insolvenzgeldumlage zusammen mit den Sozialversicherungsbeiträgen monatlich von den Arbeitgebern ein.

Der Umlagesatz beträgt 0,06 % des rentenversicherungspflichtigen Arbeitsentgelts.

3.1 Zweck des Insolvenzgelds – Sicherung für Arbeitnehmer

In aller Regel sind Unternehmen schon einige Zeit vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zahlungsunfähig und können ihren Arbeitnehmern keinen Lohn mehr zahlen. Das Insolvenzgeld sichert den Arbeitnehmern bei Insolvenz des Arbeitgebers die Nettolohnzahlungen der letzten 3 Monate vor Insolvenzeröffnung.

Mit anderen Worten: Bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Zahlung des Arbeitslohns, den ihm der Arbeitgeber für die letzten 3 Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch nicht gezahlt hat. Das Insolvenzgeld gleicht also den Nettolohnanspruch der Arbeitnehmer für die letzten 3 Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder der Abweisung mangels Masse aus.

Wurde das Arbeitsverhältnis vor dem Insolvenzereignis beendet, umfasst der Insolvenzgeld-Zeitraum die letzten 3 Monate des Arbeitsverhältnisses.

 
Praxis-Beispiel

Insolvenztag 1.4.2020

Besteht das Arbeitsverhältnis noch an, umfasst der Insolvenzgeld-Zeitraum die Monate vom 1.1.2020 bis zum 31.3.2020.

Abwandlung: Arbeitsverhältnis endete am 31.1.2020

In diesem Fall umfasst der Insolvenzgeld-Zeitraum die Monate 1.11.2019 bis 31.1.2020.

Einen Anspruch auf Insolvenzgeld haben nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Inland beschäftigt waren. Unabhängig von der Beitragspflicht zur Arbeitslosenversicherung kann Insolvenzgeld auch geringfügig Beschäftigten, Studenten, Auszubildenden oder Rentnern gewährt werden. Dies gilt ebenso für heimarbeitende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Wie sieht es aber bei geschäftsführenden Gesellschaftern, Gesellschaftern einer Kapitalgesellschaft und nahen Angehörigen des insolventen Unternehmens aus? Sollte die Arbeitnehmerstellung der vorgenannten Gruppen nicht bereits durch die sog. Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung oder die Krankenkasse selbst festgestellt worden sein, ist das "Zusatzblatt Gesellschafter/Geschäftsführer" oder "Zusatzblatt Familienangehörige" zusätzlich zum Antrag auf Insolvenzausfallgeld auszufüllen und bei der Bundesagentur für Arbeit einzureichen.

 
Hinweis

Vorstand zählt als unternehmerähnlich

Die Vorstände einer AG haben eine unternehmerähnliche Stellung im Betrieb und sind deshalb nicht Anspruchsberechtigte für das Insolvenzgeld.

3.2 Finanzierung des Insolvenzgelds über die Insolvenzgeldumlage

Das Insolvenzgeld wird nicht über die Beiträge zur Sozialversicherung, sondern durch eine von den beteiligten Unternehmen erhobene Insolvenzgeldumlage finanziert. Grundsätzlich sind alle Arbeitgeber zur Zahlung der Insolvenzgeldumlage verpflichtet. Ausgenommen von der Umlagepflicht sind nur die Privathaushalte.

Ebenfalls nicht umlagepflichtig sind die Arbeitgeber der öffentlichen Hand, da für diese ein gesetzlicher Ausschluss von der Insolvenz gilt. Das sind

  • der Bund,
  • die Länder,
  • die Gemeinden,
  • Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren nicht zulässig ist.

3.3 Antrag auf Insolvenzgeld bei der Arbeitsagentur

Betroffene Arbeitnehmer müssen innerhalb von 2 Monaten nach dem Insolvenzereignis einen Antrag auf Insolvenzgeld stellen. Geschieht das nicht, verfallen die entsprechenden Ansprüche. Der Antrag ist an die für den Betriebssitz zuständige Arbeitsagentur zu richten.

 
Praxis-Tipp

Vorsorglicher Antrag

Sollte die Feststellung des Tages, an dem der insolvente Betrieb seine Tätigkeit eingestellt hat, schwierig festzustellen sein, kann auch vorsorglich ein Antrag auf Insolvenzausfallgeld gestellt werden. Der vorsorgliche Antrag kann mündlich, telefonisch oder auch online bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden.

Durch den vorsorglichen Antrag auf Insolvenzausfallgeld verm...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge