Partikelfilter gibt es für Vollmasken, Halbmasken, Viertelmasken und Mundstückgarnituren. Der Filterkörper wird dabei mittels Schraubgewindeanschluss auf den Maskenkörper geschraubt. Das Abscheidevermögen der Partikelfilter wird in 3 Filterklassen eingeteilt:

  • Filterklasse P1 – geringes Abscheidevermögen,
  • Filterklasse P2 – mittleres Abscheidevermögen,
  • Filterklasse P3 – hohes Abscheidevermögen.

Bei partikelfiltrierenden Halbmasken besteht der Maskenkörper aus einem Filtergewebe, das Partikel aus der Luft filtert. Partikelfilter werden in 3 Filterklassen eingeteilt:

  • Filterklasse FFP1 – geringes Abscheidevermögen,
  • Filterklasse FFP2 – mittleres Abscheidevermögen,
  • Filterklasse FFP3 – hohes Abscheidevermögen.
 
Achtung

Maximale Schadstoffkonzentration für Partikelfilter

Je nach Atemanschluss dürfen Partikelfilter nur eingesetzt werden, wenn die Staubkonzentration in der Luft den dafür geltenden Grenzwert nur um einen bestimmten Faktor überschreitet. Diese Faktoren sind in Tab. 14 und 15 in Anhang 1.3.2.2 DGUV-R 112-190 aufgeführt.

 
Wichtig

Einsatzdauer von Partikelfiltern

Die Einsatzdauer von Partikelfiltern richtet sich nach dem Atemwiderstand. Wird dieser durch Staubeinlagerungen oder Feuchtigkeit (Atemfeuchte, Schweiß) unangenehm hoch, dann sind Partikelfilter zu wechseln. Eine Reinigung oder Desinfektion des Filters scheidet aus. Partikelfilter dürfen nicht von mehreren Personen benutzt werden. Partikelfilter werden mit "NR" gekennzeichnet, wenn ein Mehrfachgebrauch auf die Dauer einer Arbeitsschicht begrenzt ist. Sind Partikelfilter mit "R" gekennzeichnet, dann ist eine Wiederbenutzung über die Dauer einer Arbeitsschicht hinaus möglich.

 
Wichtig

Coronavirus: Partikelfilter als Fremdschutz

Für die aktuelle COVID-19-Pandemie ist es wichtig, dass Infektionsketten unterbrochen werden. Das geschieht durch Hygieneregeln (regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, Einhalten einer Niesetikette, indem entweder ins Taschentuch oder den Ellenbogenbereich geniest oder gehustet wird). Darüber hinaus sind Abstandsregeln einzuhalten (wenn möglich 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen und Personengruppen außerhalb des familiären Umfelds). Im betrieblichen Alltag wird dieser Abstand auch möglichst eingehalten. In allen Fällen, in denen man die Abstandsregel nicht einhalten kann bzw. wo es durch Vorschriften vorgegeben ist, ist ein Schutz für Mund und Nase einzusetzen (Mund-Nase-Bedeckung, OP- oder FFP2-Maske bzw. gleichwertiger Maskentyp je nach rechtlicher Vorgabe). Zusätzlich wird durch häufiges Lüften die Konzentrationsanreicherung von Viren in Innenräumen reduziert. Diese Regeln wurden mit AHA-L abgekürzt (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften). Der Begriff Alltagsmaske ist durch die neuen Regeln, in bestimmten Bereichen nur medizinische Masken zu verwenden, eigentlich nicht mehr richtig, wird aber weiter verwendet, da die AHA-L-Regel geläufig ist.

Da nun auch FFP-Masken in der COVID-19-Pandemie im Privatbereich, aber auch in den Betrieben zu verwenden sind, gibt es hier einige neue Herausforderungen. Arbeitgeber stellen nun ggf. die FFP2-Masken ihren Beschäftigten zur verpflichteten Benutzung bereit. Da FFP2-Masken eine PSA darstellen, greifen hier auch die Regeln der DGUV-R 112-190: Gefährdungsbeurteilung erstellen, Angebotsvorsorge anbieten, praktisch und theoretisch unterweisen. Sofern die FFP2-Masken nicht nur kurzzeitig getragen werden, gelten auch die Pausenregeln. COVID-19 ist eine Erkrankung, bei der die Ansteckungsgefahr bis zu 3 Tage vor dem Erkennen von Symptomen möglich ist. Somit kann die Benutzung von MNS bzw. MNB dazu beitragen, dass andere Personen nicht angesteckt werden. Diese Annahme ist aktuell noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Es wird angenommen, dass sich kleine Tröpfchen beim Sprechen, Husten und Niesen im Fliesgewebe von MNS bzw. im Baumwollgewebe bei MNB sammelt und somit nicht in den Atembereich Dritter gelangt.

Beschrieben wird deren Wirkung in einem beim RKI veröffentlichten Epidemiologischen Bulletin "Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum als weitere Komponente zur Reduktion der Übertragung von COVID-19".

 
Wichtig

Einsatzdauer von Mund-Nasen-Schutz und Mund-Nasen-Bedeckung

Die Einsatzdauer wird in den Veröffentlichungen aktuell mit maximal 3 bis 4 Stunden beschrieben. Sie richtet sich nach der jeweiligen Aktivität, ob viel gesprochen wird oder geniest oder gehustet wird.

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