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Hannemann/Biewer/Kocatepe/Zaruk/Weigl, MaRisk BTR 3 Liqu ... / 1.1 Zunehmende Bedeutung des Liquiditätsrisikomanagements

Dr. Susen Claire Biewer
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Rz. 1

Noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts konnten sich Kreditinstitute Liquidität auf ungedeckter Basis über Inhaberschuldverschreibungen selbst und weitgehend problemlos an den Geld- und Kapitalmärkten beschaffen, so dass Liquiditätsrisiken überwiegend als gering eingeschätzt wurden. Darauffolgende Turbulenzen auf den Finanzmärkten, wie etwa der Zusammenbruch des Hedgefonds "Long Term Capital Management", die Russland- und die Asienkrise, das Platzen der New-Economy-Spekulationsblase ("Dotcom-Blase") oder der Zusammenbruch großer Konzerne (z. B. Worldcom und Enron), blieben jedoch nicht ohne Folgen für die Möglichkeit und die Kosten der Liquiditätsaufnahme am Markt. Die Liquiditätsspreads, d. h. jene Kosten, die über den risikofreien Zins hinausgehend zusätzlich in Abhängigkeit von der Dauer der Mittelbereitstellung und der Art der Besicherung bei der Liquiditätsaufnahme (Refinanzierung) getragen werden müssen, stiegen deutlich an, während auch bloße Möglichkeiten zur Mittelaufnahme am Kapitalmarkt für einige Marktteilnehmer deutlich beschränkt wurden. Diese Entwicklung wurde dadurch verstärkt, dass die klassischen Retailkunden zunehmend alternative Anlagemöglichkeiten am Kapitalmarkt für sich entdeckten und gleichzeitig von neuen Wettbewerbern (wie z. B. Direktbanken) umworben wurden.[1] Bei einigen Instituten führte dies zu einer Abkehr von traditionellen Refinanzierungsquellen, wie z. B. dem Einlagengeschäft mit seinem hohen "Bodensatz" (→ BTR 2.3 Tz. 7), wodurch sich auch die effektiven Laufzeiten der Refinanzierungsinstrumente verkürzten.[2] Darüber hinaus hatte auch die Zunahme von Optionsrechten in den Geschäftsaktivitäten der Institute Einfluss auf die wachsende Bedeutung des Liquiditätsrisikos (z. B. im Hinblick auf Aus- und Rückzahlungsrechte für Kreditnehm...

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