Kleinunternehmer, Umsatzsteuer / 7.1 Wechsel zur Regelbesteuerung

Überschreitet der Kleinunternehmer einen der beiden Grenzwerte, muss er zur normalen Umsatzbesteuerung (= Regelbesteuerung) wechseln, und zwar immer zum 1.1. Umsätze, die vor dem Übergang zur normalen Umsatzbesteuerung ausgeführt wurden, sind und bleiben steuerfrei, auch wenn der Betrag erst nach dem Übergang zufließt.

Praxis-Beispiel

Kleinunternehmer wechselt zur Regelbesteuerung

Im Jahr 02 führt Herr Huber als ein Kleinunternehmer steuerfreie Umsätze aus. Zum 1.1.03 muss er zur Regelbesteuerung wechseln. 02 hat er für seinen Kunden eine Objektplanung für 4.000 EUR durchgeführt. Sein Honorar erhält er erst Anfang 03. Da er die Leistung 02 erbracht hat, bleibt der Umsatz steuerfrei.

Buchungsvorschlag:

  • Konto SKR 03 Soll • Konten- bezeichnung • Betrag • Konto SKR 03 Haben • Konten- bezeichnung • Betrag
  • 1200 • Bank • 4.000 EUR • 8195 • Erlöse als Kleinunternehmer i. S. d. § 19 Abs. 1 UStG • 4.000 EUR
  • Konto SKR 04 Soll • Konten- bezeichnung • Betrag • Konto SKR 04 Haben • Konten- bezeichnung • Betrag
  • 1800 • Bank • 4.000 EUR • 4185 • Erlöse als Kleinunternehmer i. S. d. § 19 Abs. 1 UStG • 4.000 EUR

Ändert sich für einen steuerfreien Umsatz nachträglich die Bemessungsgrundlage, sind die Veränderungen ebenfalls steuerfrei. Lieferungen und sonstige Leistungen, die nach dem Übergang ausgeführt bzw. fertiggestellt werden, unterliegen der Umsatzsteuer. Es kommt nicht darauf an, wann der Auftrag erteilt und mit der Leistung begonnen wurde.

Vorauszahlungen, die der Unternehmer während der Zeit als Kleinunternehmer erhalten hat, unterwirft er nach dem Wechsel zur Regelbesteuerung im ersten Voranmeldungszeitraum der Umsatzsteuer.

Praxis-Beispiel

Wann bei Abschlagszahlungen bei Wechsel zur Regelbesteuerung die Umsatzsteuer erfasst wird

Im Jahr 02 führt ein Kleinunternehmer steuerfreie Umsätze aus. Zum 1.1.03 wechselt er zur Regelbesteuerung. Für ein aufwendiges EDV-Programm, das er im Jahr 03 fertigstellt, erhält er im November 02 eine Abschlagszahlung von 5.950 EUR. Da er 02 nur steuerfreie Umsätze ausgeführt hat, konnte er auch die Vorauszahlung steuerfrei lassen.

Nach dem Wechsel muss der Kleinunternehmer für diese Abschlagszahlung Umsatzsteuer zahlen. Im ersten Voranmeldungszeitraum 03 erfasst er die Vorauszahlung mit einer Bemessungsgrundlage von 5.000 EUR und einer Umsatzsteuer von 950 EUR.

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