Prämie / Entgelt

1 Steuer- und Beitragspflicht

Lohnsteuerrechtlich handelt es sich bei sämtlichen Prämien, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Rahmen eines bestehenden Dienstverhältnisses gewährt, unabhängig von ihrer konkreten Bezeichnung um steuerpflichtigen Arbeitslohn, der grundsätzlich als sonstiger Bezug mit der Jahreslohnsteuertabelle zu versteuern ist. Für bestimmte Prämien kommt eine ermäßigte Besteuerung für Bezüge aus einer mehrjährigen Tätigkeit mit der Fünftelregelung in Betracht.

Sozialversicherungsrechtlich handelts es sich bei Prämien i. d. R. um eine Einmalzahlung. Bei der Beitragsberechnung ist entsprechend die Bemessungsgrenze zu berücksichtigen. Wird die Prämie im 1. Quartal des Folgejahres gezahlt, muss die Märzklausel beachtet werden.

2 Prämien von A – Z

2.1 Abschlussprämie, Lehrabschlussprämie

Eine Prämie, die der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer für den Vertragsabschluss gewährt, den dieser im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses herbeigeführt hat, ist steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn. Da es sich i. d. R. um eine anlassbezogene Zuwendung handeln dürfte, liegt in diesen Fällen eine einmalige Einnahme vor.

Zahlt der Arbeitgeber seinem Auszubildenden aus Anlass der erfolgreichen Beendigung der Ausbildung eine Lehrabschlussprämie, stellt dies sowohl steuerpflichtigen Arbeitslohn als auch beitragspflichtiges Arbeitsentgelt i. S. d. Sozialversicherung dar.

2.2 Anwesenheitsprämie

Hierbei handelt es sich um freiwillige Sonderleistungen an Arbeitnehmer, deren Arbeitszeit in einem bestimmten Zeitraum (i. d. R. ein Jahr), außer durch regulären Urlaub, nicht durch weitere Fehlzeiten (z. B. durch Krankheit oder unentschuldigte Fehltage) unterbrochen wurde. Die geleistete Zuwendung ist steuerpflichtiger Arbeitslohn und zur Sozialversicherung als laufendes Entgelt beitragspflichtig.

2.3 Erfolgsprämie, Leistungsprämie

Wendet der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer bei einem durch das Unternehmen erzielten Erfolg eine Leistung zu, ist diese Erfolgsbeteiligung steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn (Einmalzahlung). Das gilt auch für Vergütungen an Arbeitnehmer, die sich nach der Höhe des Umsatzes oder des Gewinns eines Unternehmens richten.

Prämien in Form von Sachgeschenken zur Förderung der Motivation im Beruf werden als sog. Incentives bezeichnet.

2.4 Jahresabschlussprämie

Jahresabschlussprämien werden Arbeitnehmern zum Ende eines Kalenderjahres oder zu Beginn des darauf folgenden Kalenderjahres in Abhängigkeit von der Erzielung eines Ergebnisses bezahlt. Die geleistete Zuwendung ist steuerpflichtiger Arbeitslohn und zur Sozialversicherung ggf. als Einmalzahlung beitragspflichtig.

2.5 Sachprämie

Sachprämien sind in voller Höhe sowohl lohnsteuerpflichtig als auch beitragspflichtig in der Sozialversicherung. Prämien im Zusammenhang mit Kundenbindungsprogrammen (z. B. Vielfliegerprämien o. Ä.) bleiben allerdings steuerfrei und sind kein Entgelt i. S. d. Sozialversicherung, wenn sie den Freibetrag von 1.080 EUR jährlich nicht übersteigen. Übersteigt der Wert der Prämie den Rabattfreibetrag, besteht für den Zuwendenden die Möglichkeit der Lohnsteuerpauschalierung. Solche Sachprämien sind auch dann beitragsfrei zur Sozialversicherung, wenn sie nach § 37a EStG pauschal versteuert werden.

2.6 Sicherheitsprämie

Lohnsteuer- und beitragspflichtig sind auch Sicherheitsprämien, die der Arbeitgeber im Rahmen eines Sicherheitswettbewerbs zur Einschränkung betrieblicher Unfälle an seine Arbeitnehmer zahlt. Sie sind zur Sozialversicherung als Einmalzahlung zu behandeln.

2.7 Treueprämie

Treueprämien, die in manchen Betrieben an Arbeitnehmer nach jeweils 5 Jahren oder anderen gleichbleibenden Zeiträumen der Betriebszugehörigkeit gezahlt werden, sind steuerpflichtig. Die Besteuerung erfolgt als sonstiger Bezug. Zur Sozialversicherung sind Treueprämien als einmaliges Entgelt beitragspflichtig.

2.8 Prämie für Verbesserungsvorschläge

Erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber eine Prämie für einen Verbesserungsvorschlag, handelt es sich um steuer- und beitragspflichtigen Arbeitslohn. Die Prämie gilt als einmalige Zahlung und muss lohnsteuerrechtlich als sonstiger Bezug besteuert werden. Bei der Beitragsabrechnung ist sie als einmalig gezahltes Arbeitsentgelt zu berücksichtigen.

Erhält der Arbeitnehmer die Prämie als Sachzuwendung, liegt ein geldwerter Vorteil vor. Dieser kann im Rahmen der 44-EUR-Freigrenze für Sachbezüge lohnsteuer- und beitragsfrei bleiben, wenn der Wert der Sachzuwendung – zusammen mit allen anderen Sachzuwendungen des Kalendermonats – nicht mehr als 44 EUR beträgt.

Hat die Erarbeitung des Verbesserungsvorschlags mehrere Jahre (mehr als 12 Monate) in Anspruch genommen und wird die Prämie nach dem Zeitaufwand des Arbeitnehmers berechnet, kann die Prämie nach der Fünftelregelung besteuert werden. Die Prämie stellt in diesem Fall eine Entlohnung für eine mehrjährige Tätigkeit dar. Dies hat keine Auswirkungen auf die Beitragspflicht als Einmalzahlung zur Sozialversicherung. Wird die dem Arbeitnehmer gewährte Prämie nicht nach dem Zeitaufwand des Arbeitnehmers, sondern ausschließlich nach der Kostenersparnis des Arbeitgebers in einem bestimmten künftigen Zeitraum berechnet, ist die Prämie jedoch keine Entlohnung für eine mehrjährige Tätigkeit, sodass die Fünftelregelung hier nicht zur An...

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