1 Versicherungsfreiheit

Kurzfristige Beschäftigungen sind versicherungsfrei in der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie nicht versicherungspflichtig in der Pflegeversicherung.[1] Bestimmte Personenkreise sind allerdings auch versicherungspflichtig in einer kurzfristigen Beschäftigung (Ausnahmen von der Versicherungsfreiheit).[2]

 
Hinweis

Kurzfristige Beschäftigung nur gelegentlich ausüben

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt nur dann vor, wenn sie nicht regelmäßig, sondern gelegentlich ausgeübt wird.

2 Mehrere Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber

Übt ein Arbeitnehmer bei demselben Arbeitgeber gleichzeitig mehrere Beschäftigungen aus, ist ohne Rücksicht auf die arbeitsvertragliche Gestaltung stets von einem einheitlichen Beschäftigungsverhältnis auszugehen.

3 Befristung der Beschäftigung

3.1 Beschäftigung von März bis Oktober

Für Beschäftigungen, die in der Zeit vom 1.3.2021 bis 31.10.2021 ausgeübt werden, gelten als Zeitgrenze 4 Monate oder 102 Arbeitstage.[1]

Für Beschäftigungen, die in der Zeit vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 ausgeübt wurden, gelten als Zeitgrenze 5 Monate oder 115 Arbeitstage.

[1] Für die Bewertung von kurzfristigen Beschäftigungen, die vor dem 1.6.2021 aufgenommen wurden, gelten besondere Regelungen. S. Abschn. 3.3.

3.2 "Normale" Regelung

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt dann vor, wenn sie auf höchstens 3 Monate oder 70 Tage innerhalb eines Kalenderjahres nach ihrer Eigenart oder im Voraus vertraglich begrenzt ist. Um eine zeitliche Begrenzung nach der Eigenart einer Beschäftigung handelt es sich, wenn sie sich aus der Art, dem Wesen oder dem Umfang der zu verrichtenden Arbeit ergibt (z. B. Aushilfe im Schlussverkauf).

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt auch vor, wenn die Beschäftigung im Voraus vertraglich auf einen Arbeitseinsatz von 70 Arbeitstagen innerhalb eines Jahres durch eine Rahmenvereinbarung begrenzt ist.

3.3 Beschäftigung ab März bei Beschäftigungsaufnahme bis Ende Februar

Beschäftigung in der Zeit von März bis Oktober 2021

Die neuen Befristungsgrenzen von 4 Monaten oder 102 Arbeitstagen gelten – anders als im Jahr 2020 – nicht für Beschäftigungen, die bereits vor dem 1.6.2021[1] bestanden und nicht die bisherigen Voraussetzungen für eine kurzfristige Beschäftigung von 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen erfüllt haben.

Beschäftigung in der Zeit von März bis Oktober 2020

Für Beschäftigungen im Jahr 2020 galt bezüglich der Wirkung der erhöhten Zeitgrenzen eine andere Regelung als im Jahr 2021. Beschäftigungen, die bis zum 29.2.2020 aufgenommen wurden und über diesen Zeitpunkt andauerten, waren kurzfristig, wenn sie längstens auf 3 Monate oder 70 Tage befristet waren. Vorbeschäftigungszeiten waren zu berücksichtigen. Der wesentliche Unterschied: Ab dem 1.3.2020 waren die Beschäftigungen unter Berücksichtigung der dann geltenden Zeitgrenzen von 5 Monaten oder 115 Arbeitstagen neu zu beurteilen.

 
Praxis-Beispiel

Beginn der kurzfristigen Beschäftigung vor dem 1.3.2020

Eine Hausfrau übte eine befristete Beschäftigung vom 1.2.2020 bis 30.6.2020 aus.

Die Beschäftigung war vom 1.2.2020 an nicht kurzfristig, da die Zeitgrenzen von 3 Monaten bzw. 70 Tagen nicht eingehalten wurden. Ab dem 1.3.2020 trat eine Änderung der Verhältnisse durch die gesetzliche Ausweitung der Zeitgrenzen auf 5 Monate bzw. 115 Tage ein. Die Beschäftigung war neu zu beurteilen. Ab diesem Zeitpunkt war die Beschäftigung kurzfristig, da sie nicht länger als 5 Monate ausgeübt wurde.

Dieses Beispiel ist nicht auf die Anhebung der Zeitgrenzen vom 1.3.2021 bis 31.10.2021 übertragbar. Die erhöhten Zeitgrenzen gelten im Jahr 2021 erst ab dem 1.6.2021 mit dem Inkrafttreten des "Vierten Gesetzes zur Änderung des Seefischereigesetzes".

[1] Inkrafttreten des "Vierten Gesetzes zur Änderung des Seefischereigesetzes".

3.4 Beschäftigung ab November bei Beschäftigungsbeginn bis Ende Oktober

Beschäftigung ab November 2021

Wird eine Beschäftigung bis zum 31.10.2021 und frühestens zum 1.6.2021 aufgenommen, ist diese kurzfristig, wenn sie auf 4 Monate oder 102 Tage begrenzt ist. Ab dem 1.11.2021 gelten wieder die Zeitgrenzen von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen. Vorbeschäftigungen sind zu berücksichtigen.

Beschäftigung ab November 2020

Wurde eine Beschäftigung bis zum 31.10.2020 aufgenommen, war diese kurzfristig, wenn sie auf 5 Monate oder 115 Tage begrenzt war. Ab dem 1.11.2020 galten wieder die Zeitgrenzen von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen. Vorbeschäftigungen waren zu berücksichtigen.

 
Praxis-Beispiel

Beschäftigung wurde bis zum 31.10.2020 aufgenommen

Eine Hausfrau übte eine befristete Beschäftigung vom 1.7.2020 bis 30.11.2020 aus.

Die Beschäftigung war vom 1.7.2020 bis zum 31.10.2020 kurzfristig und damit versicherungsfrei in der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung und nicht versicherungspflichtig in der Pflegeversicherung. Die vom Beginn der Beschäftigung an geltende Zeitgrenze für kurzfristige Beschäftigung von 5 Monaten wurde nicht überschritten.

Ab dem 1.11.2020 trat eine Änderung der Verhältnisse ein. Ab diesem Zeitpunkt lag eine kurzfristige Beschäftigung nur vor, wenn diese auf 3 Monate bzw. 70 Tage begrenzt...

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