Rz. 147
Grundsätzlich liegt es im Eigeninteresse der Institute, die Berechnung von Liquiditätstransferpreisen voranzutreiben. Dies hat vor allem betriebswirtschaftliche Gründe, da mithilfe interner Transferpreise ein rentabilitätsorientiertes Liquiditätsrisikomanagement etabliert und folglich das Setzen falscher Anreize vermieden werden kann.
Rz. 148
Die Schwierigkeit besteht darin, die Transferpreise und Risikoprämien zu quantifizieren, um sie ergänzt um z. B. Bonus-Malus-Systeme für die aktive Steuerung nutzen zu können (→ BTR 3.1 Tz. 6). Die Transferpreise können grundsätzlich an den Kosten orientiert werden, die ein Institut am Geld- und Kapitalmarkt für das Einwerben von besicherter bzw. unbesicherter Liquidität mit der erforderlichen Laufzeit aufwenden muss. Zur Berechnung der Risikoprämie kann analog vorgegangen werden, wobei die Bodensatzbildung und die aus der Unsicherheit resultierenden Schwankungen vom Institut modelliert werden müssen. Ein entscheidender Faktor für die Güte der Modellierung ist die Verwendung einer geeigneten Verteilung. Denn die Normalverteilung beispielsweise unterschätzt die Intensität von Krisen und ist daher nur bedingt geeignet. Einen Industriestandard gibt es dafür bisher nicht.
Rz. 149
Da Transferpreise teilweise nur schwer kalkulierbar sind, ist davon auszugehen, dass die meisten Institute laufend Anstrengungen zur Umsetzung dieser Anforderung vornehmen. So werden derzeit zwar die Refinanzierungskosten, die großenteils bei der Margenkalkulation Verwendung finden, in ihrer Gesamtheit sowie teilweise auch eventuelle Zuschläge für Spezialfälle berücksichtigt. Dazu gehören z. B. von der Ziehungswahrscheinlichkeit abhängende Zuschläge bei außerbilanziellen Produkten oder relativ leicht ermittelbare Opportunitätskosten, die durch das Vor...