"Massive Open Online Courses" für Unternehmen nutzen
Hannes Klöpper, Geschäftsführer der Berliner Online-Lehrplattform Iversity, hat nach Angaben des Online-Magazins "Wiredacademic" bereits eine Million Euro für ein Projekt eingesammelt, über das sich Unternehmen an den universitären "Open Online"-Kursen beteiligen können. Mit diesen "Corporate Open Courses", so Klöpper auf der weltgrößten Konferenz zum digitalen Lernen, Online Educa in Berlin, könnten Unternehmen neue Mitarbeiter für sich gewinnen oder die vorhandene Belegschaft weiterbilden.
Klöpper könnte sich vorstellen, das zum Beispiel BMW einen Kurs in Automotive Engineering anbiete, an dem 100.000 Studenten teilnehmen. Derartige Kurse erlaubten Unternehmen, Studenten mit ihrer Organisation und Marke vertraut zu machen und versteckte Talente zu finden. Gleichzeitig könnten sie helfen, globale Industrie- und Ausbildungsstandards aufzubauen, anhand derer sich die studentischen Leistungen vergleichen ließen. Die von den MOOCs ausgelöste Innovationswelle dürfe nicht auf die akademische Welt beschränkt bleiben.
Die Rolle der Plattformanbieter beschränkt sich für den Berliner nicht auf die Bereitstellung der Technik oder von Kursinhalten. Vielmehr könnten diese Studentendaten liefern und als Jobvermittler oder Agentur auftreten. Ähnliche Ideen verfolge auch die Plattform Udacity, ein von dem deutschen Entwickler Sebastian Thrun in den USA gegründetes Start-up, das ebenfalls akademische Bildung zum Nulltarif via Internet anbietet.
Zu den deutschen Anbietern von MOOCs gehört auch das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, über dessen Plattform "Open HPI" IT-Seminare angeboten werden. In den USA haben sich 33 Universitäten zu der MOOC-Plattform Coursera.org zusammengefunden. Institutionen wie Harvard und das Massachussetts Institute of Technology bieten Kurse auf der Plattform edx.org an.
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