Dipl.-Ing. Cornelia von Quistorp
Zusammenfassung
Suchtprävention umfasst Maßnahmen zur Verhinderung des Konsums legaler und illegaler Substanzen sowie Maßnahmen, die Gesundheitsschäden durch diesen Konsum vorbeugen. Suchtgefahren gehen von unterschiedlichen Stoffen und Verhaltensweisen aus, allen voran Alkohol und Nikotin, aber auch Medikamente und Rauschmittel wie z. B. Cannabis, Kokain, Heroin oder synthetische Drogen, außerdem Glücksspiele und Onlineaktivitäten.
1 Sucht als Krankheit
Ausgeprägtes Suchtverhalten muss als Krankheit angesehen werden. Sie schädigt den Betroffenen körperlich, zum Teil auch kognitiv und materiell erheblich und belastet i. d. R. sein soziales Umfeld stark. In vielen Fällen (weniger bei Nikotinabhängigkeit) beeinträchtigt oder zerstört die fortschreitende Sucht über kurz oder lang die Leistungsfähigkeit und die sozialen Bindungen der Betroffenen so weit, dass ihnen ihr Leben völlig entgleitet. Die Schäden, die auf diese Weise durch Leistungsausfall, Krankheitskosten, Behandlung und Betreuung sowie durch Folgeschäden bei Personen aus dem Umfeld entstehen, sind buchstäblich unermesslich.
2 Betriebliches Handlungsfeld
Gründe, dass Betriebe sich mit Suchtproblemen auseinandersetzen, sind:
- Prävention aus gesellschaftlicher Verantwortung und zur Vermeidung von suchtbedingten Leistungsverlusten im Betrieb;
- Sicherheitsgründe, wenn z. B. bei Fahr- und Steuertätigkeiten mit besonderen Gefahren durch Missbrauch psychoaktiver Substanzen zu rechnen ist;
- Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten in akuten Situationen, in denen die Suchterkrankung eines Betroffenen offen zutage tritt.
Im Arbeitsumfeld werden v.a. Suchtprobleme mit psychoaktiven Substanzen (Alkohol, legale und illegale Drogen, Medikamente) und Nikotin/Rauchen thematisiert. Dafür gibt es für die betriebliche Praxis mehr oder weniger eingeführte und bewährte Handlungsmuster. Andere Sü...