Kanzleimarketing

LinkedIn boomt – was das für Steuerkanzlei-Blogs bedeutet


LinkedIn boomt – was das für Steuerkanzlei-Blogs bedeutet

Bunte Karussell-Posts, Videos, Kommentare, Interaktionen und Direktnachrichten: Seit LinkedIn auch in der Steuerbranche beliebter wird, taucht immer öfter die Frage auf, ob sich Steuerkanzlei-Blogs noch lohnen. Die Antwort ist überraschend eindeutig.

10.000 Impressionen, acht direkt geteilte Beiträge und 525-mal Daumen hoch: Auf wohl keiner anderen Online-Plattform ist der Erfolg von Inhalten so unmittelbar und transparent. Ohne Analyse-Software ist sofort klar, wie viele Rezipienten die Botschaft erreicht hat. Und nicht nur das: Auch wie vielen Mitglieder aus dem eigenen Netzwerk ein Post eingeblendet wurde, ist jederzeit nachvollziehbar. Wer sich der Öffentlichkeit mitteilen möchte, für den ist diese Transparenz der Zahlen Anreiz und Belohnungssystem zugleich.

Auch Steuerkanzleien haben das Business-Netzwerk für sich entdeckt: nicht nur um neue Mitarbeiter zu finden, sondern auch um Geschichten aus der Steuerbranche zu erzählen, Kuriositäten zu teilen, oder über aktuelle Änderungen rund um die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu informieren. Vor allem Mandanten im Unternehmensbereich lassen sich so hervorragend ansprechen.

LinkedIn zieht immer mehr Menschen in seinen Bann

Noch viel wichtiger als dies: Die Sichtbarkeit der Kanzlei wird durch eine LinkedIn-Präsenz deutlich erhöht. Nicht nur auf der B2B-Plattform wird eine Kanzlei so sichtbar, sondern auch in den Suchmaschinen wird die Präsenz damit deutlich erhöht. Wer heute auf Google & Co. nach einem Namen oder einer Firma sucht, stößt schnell auf das betreffende LinkedIn-Profil. Schon allein aus diesem Grund zieht die Plattform Nutzer und Unternehmen magisch an – und zunehmend auch Steuerkanzleien. Allein in der D-A-CH-Region zählt LinkedIn aktuell 26 Millionen Mitglieder. Tendenz weiter steigend.

Doch Zeit ist ein knappes Gut. Aber genau sie ist nötig, um den Informationsstrom hochzuhalten. Hier stellt sich die Frage: Wer benötigt noch einen Kanzlei-Blog, wenn sich mit LinkedIn gleich mehrere Kanzlei-Marketingziele erreichen lassen, zum Beispiel Online-Reichweite, Interaktionen oder die Sichtbarkeit in Suchmaschinen? Die Antwort lautet: In den meisten Fällen ist es ratsam, beides beizubehalten – Blog und LinkedIn-Engagement. Wer erst jetzt damit beginnt, Inhalte der Öffentlichkeit mitzuteilen, kann mit LinkedIn starten, sollte aber auch einen Blog in Erwägung ziehen. Warum das so ist, wird bei einem Vergleich der beiden Formate deutlich.

Blogpost vs. LinkedIn-Post – ein Vergleich

  • Inhaltlicher Tiefgang

Während LinkedIn-Beiträge oft auf schnelle Aufmerksamkeit und Kürze ausgelegt sind, erlaubt ein Blog ausführliche Analysen und Interviews – etwa zu Steuerrechtsänderungen, Fallbeispielen oder Tipps für Unternehmer. LinkedIn und Blog – beides hat in diesem Zusammenhang seine Berechtigung.

  • Positionierung als Experte

LinkedIn bietet die besten Voraussetzungen, um sich als Steuerexperte zu positionieren und sich mit anderen Fachleuten zu vernetzen, beispielsweise über entsprechende Gruppen und Diskussionen. Wer als Person postet, hat hier sehr gute Chancen, als Experte auf seinem Spezialgebiet wahrgenommen zu werden. Beim Thema „Fachlicher Austausch“ geht der Punkt an LinkedIn.

  • Beständigkeit

Ein gut optimierter Blogbeitrag kann über Jahre hinweg organischen Traffic generieren, während ein Social-Media-Post meist nach wenigen Tagen in der Versenkung verschwindet. Langfristig ist der Blogbeitrag eine solide Traffic-Quelle für die Kanzleiwebsite.

  • Interaktionen

Auf LinkedIn sind Likes, Kommentare und Shares direkte Indikatoren für das Engagement der Leserschaft. Die Interaktion ist spontan und dialogorientiert. Ein Blog bietet weniger direkte Interaktionen, dafür aber eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Inhalt, da Leser aktiv nach Informationen suchen und dafür in der Regel mehr Zeit einplanen als sich auf LinkedIn durch den News-Feed zu wischen.

  • Reichweite der Inhalte

Ein LinkedIn-Post erreicht primär das eigene Netzwerk und kann durch Shares und Likes eine virale Dynamik entfalten. Die Reichweite im Netzwerk ist jedoch stark vom Algorithmus abhängig und oft kurzlebig. Ein Blogpost hingegen erzielt seine Reichweite direkt über Suchmaschinen und kann langfristig Besucher anziehen – vorausgesetzt, er ist SEO-optimiert. Fazit: Beides ist für die Reichweite sinnvoll. Während LinkedIn für aktuelle Themen prädestiniert ist, eignet sich der Blog bestens für die thematische Dauerbrenner.

  • Zielgruppen

LinkedIn spricht vor allem berufliche Nutzer an – Steuerberater, Unternehmer, Fachkräfte. Ein Blog kann hingegen breiter aufgestellt sein: von Privatpersonen mit steuerlichen Fragen bis hin zu spezialisierten Branchenexperten, je nach Thema und Keyword-Strategie. Abhängig von der Mandantschaft kann daher beides wichtig sein.

Dieser kleine Vergleich zeigt: LinkedIn punktet mit Schnelligkeit und Vernetzung, hat aber den Nachteil der Vergänglichkeit der Inhalte und der Plattformabhängigkeit. Wer auffallen will, muss dem LinkedIn-Algorithmus gefallen – und dieser ändert sich ständig. Ein Blog hingegen erfordert in der Regel mehr Aufwand für die Content-Erstellung und Pflege, bietet dafür aber Unabhängigkeit, Tiefe und Nachhaltigkeit. Beides – Blog- und LinkedIn-Posts – haben daher ihre Berechtigung. Die komplette Power lässt sich entfalten, wenn man beide Kanäle clever miteinander verzahnt.

Mehr Traffic, mehr Sichtbarkeit: Blog und LinkedIn miteinander verknüpfen

Blogs sind kein Auslaufmodell, sondern ein wirkungsvolle Werkzeug im Informationsbaukasten, das sich perfekt mit anderen Kanälen verzahnen lässt. Ein Blog sollte daher kein isoliertes Element sein, sondern Teil einer integrierten Strategie. Dabei kann und sollte der Blogbeitrag gleich mehrere Funktionen erfüllen.

Da Blogbeiträge in der Regel aufwändiger erstellt werden und mehr Tiefgang bieten, lassen sich mit ihrer Hilfe wertvolle Synergien erschließen. So kann der gut recherchierte Blogbeitrag als Content-Quelle für andere Formate dienen: Beispielsweise könnte er die Grundlage für drei LinkedIn-Posts und eine Podcast-Folge sein und auch im Newsletter aufgegriffen werden. Tipp: Smarte KI-Tools bieten ein solches „Content-Recycling“ bereits als Standard-Funktion an.

Der LinkedIn-Post wiederum eignet sich sehr gut als Traffic-Booster für den Blogbeitrag. Ein Teaser auf LinkedIn mit klarem Call-to-Action („Zum ganzen Artikel“) bringt Besucher auf die Website – wo man sie mit tiefergehenden Informationen besser überzeugen kann. Mit Hilfe eines Redaktionsplanes und Themen-Clustern lassen sich Blog und Social Media gleichzeitig denken und effizient produzieren.

Wer mit seiner Steuerkanzlei nachhaltig Vertrauen aufbauen und Expertise zeigen möchte, kommt am Blog also nicht vorbei. Das Erfolgsgeheimnis ist nicht Entweder-oder – sondern ein intelligentes Zusammenspiel zwischen LinkedIn-Posts und Blogbeiträgen. Der Blog ist das stabile Fundament, auf dem eine Content-Strategie aufbauen kann.


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