19.03.2013 | Zypernkrise

Moody's warnt vor Kettenreaktion

Die Zwangsabgabe schafft neue Risiken, meint Moody's.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die angepeilte Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern hat nach Einschätzung der Ratingagentur  schwerwiegende Folgen nicht nur für heimische Bankkunden. Auch für Gläubiger von Banken anderer europäischer Länder ergäben sich negative Implikationen.

Wie Moody's in einem Bericht weiter schreibt. erhöhe die Entscheidung der Eurogruppe vom Wochenende das Risiko der Kapitalflucht aus anderen Euro-Krisenländern. Die Ansteckungseffekte über die Anleihemärkte schätzt die Agentur indes geringer ein. Die Gefahr einer Umschuldung wie in Griechenland, als Inhaber von Staatsanleihen auf einen Großteil ihres Kapitals verzichten mussten, sei vorerst gebannt.

Allerdings weiche der Beschluss, Bankkunden eine Zwangsabgabe auf ihre Einlagen aufzubürden, entscheidend von vorherigen Fällen ab, schränkt Moody's ein. Beispielhaft nennt die Agentur die Unterstützung des spanischen Bankensektors oder des niederländischen Instituts SNS Reaal. Dort wurden Bankkunden nicht zur Kasse gebeten.

Zwar dürften die unmittelbaren Auswirkungen der Zwangsabgabe auf Zypern begrenzt bleiben, schätzt Moody's. Allerdings zeige der Beschluss, dass die Entscheidungsträger im Währungsraum offensichtlich gewillt seien, Verwerfungen an den Finanzmärkten in Kauf zu nehmen. Ungeachtet anderslautender Äußerungen aus der Politik sei der Schritt „signifikant“. Er könnte auch negative Auswirkungen auf die Ratings europäischer Banken haben.

Schlagworte zum Thema:  Finanzkrise, Rating-Agentur, Euro

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