20.06.2012 | ZEW-Konjunkturerwartungen

Finanzexperten sehen wieder schwarz

Rein gefühlt haben derzeit die Pessimisten an den Finanzmärkten die Oberhand.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Krisen in Griechenland und Spanien haben die Stimmung deutscher Finanzexperten im Juni stark belastet. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sanken um 27,7 Punkte auf minus 16,9 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte.

Es war der stärkste Rückgang seit Oktober 1998. Die Lagebeurteilung gab ebenfalls deutlich nach. Sie sank um 10,9 Punkte auf 33,2 Zähler. Mit dem jüngsten Einbruch haben die Konjunkturerwartungen ihre Erholung seit Jahresbeginn wieder eingebüßt. Seinerzeit hatten vor allem die großen Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Beruhigung beigetragen. Jüngst wurde die Stimmung jedoch durch die politisch wie wirtschaftlich verfahrene Lage in Griechenland und die Krise im spanischen Bankensektor belastet. Dennoch ist die deutsche Konjunktur bislang gut durch die Krise gekommen.

Risiken für deutsche Konjunktur steigen

Das ZEW mahnt jedoch, dass dies nicht so bleiben: „Die Erwartungen der Finanzmarktexperten warnen eindringlich vor einer allzu optimistischen Einschätzung der deutschen Konjunkturperspektiven in diesem Jahr", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Die Risiken einer markanten Konjunkturabschwächung in wichtigen Handelspartnerländern seien unübersehbar. Hinzu komme die nach wie vor brenzlige Lage im Euroraum. Für die Eurozone ergibt sich ein ähnliches Bild wie für Deutschland: Sowohl Konjunkturerwartungen als auch Lagebeurteilung gaben deutlich nach. Die Erwartungen sanken um 17,7 Punkte auf minus 20,1 Zähler. Die Lageeinschätzung fiel um 13,0 Punkte auf minus 73,2 Zähler.

Schlagworte zum Thema:  Konjunktur, Euro-Rettungsschirm, Börse

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