16.07.2013 | Geheimes FISA-Urteil

Yahoo setzte sich gegen NSA-Wünsche zur Wehr

Yahoo hat sich gegen die Überwachung der NSA zur Wehr gesetzt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im Überwachungsskandal um US-Geheimdienste hat Yahoo die Veröffentlichung von bislang geheimen Gerichtsdokumenten erzwungen, die belegen, dass sich das Unternehmen gegen die Ausspähungswünsche der NSA zur Wehr gesetzt hat.

Das für die Überwachung des Auslandsgeheimdienstes zuständige Gericht in Washington ordnete an, dass eine Entscheidung von 2008 öffentlich gemacht werden muss. Yahoo hatte damals dagegen geklagt, Nutzerdaten an die US-Regierung übergeben zu müssen. Das Gericht urteilte jedoch gegen Yahoo. Die Entscheidung gilt als wegweisend, weil damit ein Internetkonzern bei dem Versuch unterlag, sich gegen die Herausgabe von Nutzerdaten nach dem Auslandsspionage-Gesetz FISA zu wehren.

Yahoo will Gerichtsbeschluss veröffentlichen

Die FISA-Gerichtsverfahren sind streng geheim. Lange Zeit war nicht einmal bekannt, dass Yahoo die betroffene Firma in dem Fall war. Das enthüllte die "New York Times" erst vor wenigen Wochen. Nun klagte Yahoo darauf, den Gerichtsbeschluss und die Argumente beider Seiten zu veröffentlichen - mit Erfolg. Vor der Veröffentlichung darf die US-Regierung allerdings prüfen, ob Teile der Dokumente geheim bleiben müssen. Sie hat bis zum 29. Juli Zeit, einen Zeitplan dafür mitzuteilen, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Wichtiger Erfolg

Für Yahoo ist es ein wichtiger Erfolg. Denn das Unternehmen wehrt sich seit den ersten Enthüllungen über die Spähprogramme der US-Geheimdienste gegen den Eindruck, Nutzerdaten massenhaft weitergegeben zu haben. So drang Yahoo ebenso wie Google und Facebook darauf, Zahlen zu den Anfragen veröffentlichen zu dürfen. Yahoo sei "sehr erfreut" über die Gerichtsentscheidung, zitiert die Zeitung "San Jose Mercury News" das Unternehmen. Das Unternehmen glaube, die Dokumente würden konstruktiv zu der anhaltenden Debatte beitragen. Yahoo in Deutschland gab am Dienstag zunächst keine Stellungnahme ab.

Schlagworte zum Thema:  Yahoo, Geheimdienst, Internet, Überwachung, Datenschutz

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