| Grundsatzeinigung

Windenergieflächen im Norden werden fast verdoppelt

Im Norden wird die Windenergiefläche fast verdoppelt.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Neuer Rückenwind für die Windenergie im Norden: Die Kapazität an Land soll mehr als verdoppelt werden. Anträge für neue Anlagen sind ab sofort möglich. Im nächsten Jahr könnte ein Bau-Boom mit Investitionen in Milliardenhöhe starten.

Nach der Grundsatzeinigung zwischen Ländern und Bund über einen gemeinsamen Kurs bei erneuerbaren Energien treibt Schleswig-Holstein die Ausweisung neuer Standorte für Onshore-Windanlagen vehement voran. Die Fläche, auf der im Land Windkraftanlagen errichtet werden dürfen, wird um gut 13.000 Hektar auf nahezu 27.000 Hektar fast verdoppelt. Dem stimmte das Kabinett in Kiel zu. So stehen laut Landesregierung nunmehr 1,7 Prozent der Landesfläche für die Energiegewinnung aus Wind zur Verfügung. Damit werde ein maximaler Ausbaustand erreicht, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). "Wir können jetzt in die Bauphase einsteigen", ergänzte Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne). Er rechnet mit 1.000 neuen Anträgen.

Ziel: 300 Prozent des Bedarfs im Land 

Die Genehmigungsverfahren dauern in der Regel vier bis fünf Monate. Ist die Genehmigung erteilt, vergeht meist etwa ein halbes Jahr bis die jeweilige Anlage steht. Bis Mitte des Jahrzehnts könnte die Gesamtleistung der Onshore-Windanlagen im Norden von derzeit 4.000 auf 9.000 Megawatt steigen. Dem Ziel, die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen auf 300 Prozent des Bedarfs im Land zu steigern, komme das Land mit dem jetzigen Beschluss näher, sagte Albig. Die Ausbaupläne im Norden seien auch kompatibel mit dem jüngsten Energiegipfel in Berlin. Schleswig-Holstein leiste mit Windstrom künftig das, was es in der Vergangenheit mit Strom aus Atomenergie und Kohlekraft geleistet habe, sagte Albig. Da habe es nie eine Debatte darüber gegeben, ob dieser Strom auch in die Netze eingespeist werden kann. Die Landesregierung erwartet, dass mit dem Ausbau der Windenergie in den nächsten fünf Jahren Investitionen im Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro ausgelöst werden.

Gesellschaftliche Herausforderung 

Die Energiewende sei eines der großen Vorhaben der Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW, betonte Albig. Ihr Gelingen sei eine gesellschaftliche Herausforderung. Nun gehe es darum, möglichst schnell die neuen Windkraftanlagen zu bauen. Zu den Ausbauplänen waren etwa 3.000 Stellungnahmen abgegeben worden. In zwei Anhörungs- und Beteiligungsverfahren positionierten sich Städte, Gemeinden, Kreise, Verbände und die Öffentlichkeit zu den Plänen der Landesregierung.

Schlagworte zum Thema:  Windkraft, Energiewende, Erneuerbare Energien

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