27.04.2011 | Wirtschaft & Märkte

Versicherungen: Diesen Schutz brauchen Sie wirklich

Jahr für Jahr steigen die Prämien für die Versicherungen. Aber welche Versicherung ist wirklich wichtig? Bares Geld können Sie sparen, wenn Sie den Versicherungsschutz auf das Wesentliche beschränken.

Ganz wichtig ist es, die Sachwerte Ihres Unternehmens ausreichend abzusichern:

Basics I:

  • Die Versicherung von Betriebsgebäuden über eine ausreichend dotierte Gebäudeversicherung. Diese sollte Feuerschäden, Sturm, Hagel, Leitungswasserschäden und Rohrbrüche decken. Sie sollte auch sonstige Elementarschäden abdecken.
  • Für die kaufmännische und technische Betriebsausstattung, Waren und Vorräte gibt es die Geschäftsversicherung Sie bietet auch einen Schutz gegen Feuer-,Leitungswasserschäden usw.
  • Hinzu kommt Versicherungsschutz gegen Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus.
  • Weitere Versicherungen wie Elektronik-und Maschinenversicherungen, die zu den technischen Versi-cherungen gehören, sind in der Regel ebenfalls nützlich.

Schäden, die Dritten durch die Firma entstehen, können schnell in die Millionen gehen, z. B. durch Pro-duktionsfehler bei Kinderspielzeug, die Verletzungen verursachen. Davor schützen Sie sich durch diese Ver-sicherungen:

Basics II:

  • In erster Linie wichtig ist eine Betriebshaftpflichtver-sicherung. Sie deckt betriebliche Risiken.
  • Auch im Bereich der Umwelt- und Produkthaftpflicht ist eine ausreichende und optimal auf den Bedarf zugeschnittene Versicherung von großer Bedeutung.

Der Versicherungsmarkt bietet darüber hinaus noch eine Vielzahl von besonderen Leistungen an. Nur im Einzelfall notwendig sind die folgenden Versicherungen:

  • Ob Unterbrechungsversicherungen gebraucht werden, ist von Fall zu Fall verschieden. Mit diesen Policen sind z. B. Betriebs- und Maschinenunterbrechungen abgesichert, aber auch Mietverluste.
  • Eine Firmenrechtsschutzversicherung ist nicht unbedingt erforderlich. Eine spezielle Strafrechtsschutzversicherung ist sinnvoll, wenn entsprechende Risiken in diesem Bereich bestehen; so für einen Fuhrbetrieb eine Strafrechtsschutzversicherung in Verkehrssachen.
  • Für den Bereich des Waren- und Werkverkehrs gibt es die Transportversicherung.
  • Für das Forderungsmanagement gibt es Forderungsausfall-, Kredit- und Kautionsversicherungen.

In der Praxis sind Multi-Risk-Policen verbreitet, bei denen mehrere rechtlich selbstständige Versicherungsverträge zusammengefasst werden, beispielsweise die Geschäfts-, Betriebshaftpflicht- und Elektronikversicherung.
Achtung: Das hört sich gut an - wer genau hinschaut, muss aber feststellen, dass oft auch völlig unnötige Versicherungen im Paket mitverkauft werden!

So finden Sie den richtigen Berater:
Der Versicherungsmarkt ist undurchsichtig und unübersichtlich. Der Versicherungsnehmer selbst kann die Reichweite einzelner Deckungskonzepte nicht durchschauen. Beauftragen Sie deswegen Fachleute damit, den bestehenden Versicherungsschutz zu überprüfen bzw. das Unternehmen mit dem entsprechenden Versi-cherungsschutz zu versorgen.
Dies können Versicherungsmakler sein, die aber unabhängig sein müssen. Sie erhalten ihre Courtage vom Versicherer, kosten also den Versicherungsnehmer nichts.
-> Versicherungsmakler finden Sie z. B. unter www.vdvm.de (Verband der Versicherungsmakler).
Es gibt auch Versicherungsberater, die keine Courtage von den Versicherern nehmen dürfen, sondern vom Versicherungsnehmer bezahlt werden. Sie bieten eine besondere Gewähr dafür, dass sie unabhängig und allein im Interesse des Versicherungsnehmers beraten.
-> Versicherungsberater finden sie z. B. unter www.bvvb.de (Bundesverband der Versiche-rungsberater).
Versicherungsvermittler, die ausschließlich für ein Unternehmen bzw. einen Versicherungskonzern arbeiten, dürfen nur die Produkte ihres Unternehmens vermitteln.
Achtung: Lieber die besten Angebote verschiedener Versicherer mischen! Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Konzern in jeder Sparte ein günstiges Produkt anbietet. Deshalb ist es nicht empfehlenswert, alle Versicherungen allein bei einem Versicherungskonzern zu unterhalten.


Praxis-Tipp: Beachten Sie die Wechselfristen
Die meisten Versicherungsverträge laufen ab Vertragsbeginn von Jahr zu Jahr. Oft stimmt dieser Zeitraum mit dem Kalenderjahr überein. Bei der Kfz-Versicherung ist dies der Regelfall: Hier ist eine Kündigung zum 30.11. erforderlich, wenn man zum 1.1. wechseln will.
Bei anderen Versicherungsverträgen muss meist bis 30.9. gekündigt werden, damit der Vertrag dann zum 31.12. ausläuft.

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