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Thema "Nachhaltigkeit" hat Chefetagen erreicht

Ist "Nachhaltigkeit" nur ein viel zitiertes Modewort oder ist es tatsächlich in Unternehmen verankert? Laut dem jüngsten Hernstein Management Report scheint das Thema in den Unternehmen angekommen zu sein. 81 Prozent der Großunternehmen in Österreich, der Schweiz und Deutschland beschäftigen sich bereits mit Nachhaltigkeit.

"Nachhaltigkeit als Managementprinzip bedeutet die drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales im Unternehmen zu integrieren. Konkret heißt das, unternehmerische Entscheidungen immer aus allen drei Perspektiven zu beleuchten", erläuterte Hernstein Institutsleiterin Katharina Lichtmannegger beim diesjährigen Hernstein Workshop in Alpbach zum Thema "Nachhaltigkeit als Managementprinzip". Laut dem Hernstein Management Report, für den 302 Führungskräfte aus Österreich, Deutschland und der Schweiz befragt wurden, versuchen bereits 55 Prozent der befragten Unternehmen den Spagat zu schaffen, alle drei Dimensionen im Unternehmen integriert zu berücksichtigen. Besonders die deutschen Unternehmen sind dabei aktiv: Während 51 Prozent der Schweizer und 43 Prozent der österreichischen Unternehmen angeben, dass sie alle drei Dimensionen berücksichtigen, tun dies bereits 71 Prozent der deutschen Unternehmen. 

 

Nachhaltigkeit sollte Chefsache sein

Damit Nachhaltigkeit im Management überhaupt umgesetzt werden kann, braucht es jedoch einige Voraussetzungen im Unternehmen: Das Thema selbst müsse an höchster Stelle verankert sein, um wirken zu können. 61 Prozent der befragten Führungskräfte plädieren dafür, das Thema auf Top-Management-Ebene zu behandeln, 55 Prozent wünschen sich eine Verankerung im Leitbild. Der zweite große Bereich gilt dem Wissen rund um Nachhaltigkeit und die Auswirkungen davon. 49 Prozent halten Wissen über Nachhaltigkeit für notwendig, für weitere 35 Prozent sollten die Kernprozesse im Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit überprüft und angepasst sein. 27 Prozent der Befragten sehen Nachhaltigkeit generell als laufenden Lernprozess im Sinne von "rethink your business".

 

Messbarkeit von Nachhaltigkeit entscheidend

Dass Nachhaltigkeit zu guter Letzt nicht nur ein frommer Wunschgedanke in den Unternehmen bleibt, sprechen sich 29 Prozent der befragten Führungskräfte dafür aus, Nachhaltigkeit auch zu messen. Der Grund: "Was ich nicht messe und bewerte, bekommt nicht die gleiche Aufmerksamkeit. Qualitative Parameter müssen dabei ebenso herangezogen werden wie quantitative", gibt Lichtmannegger zu bedenken. 

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