07.04.2014 | Telekommunikation

EU-Parlament will Roaming-Gebühren abschaffen

Handytelefonate aus dem Ausland sollen billiger werden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der EU-Kommission und dem EU-Parlament sind die Roaming-Gebühren für Handytelefonate im Ausland schon seit langem ein Dorn im Auge. Nun sollen diese zusätzlichen Telefonkosten bis Ende 2015 vollständig wegfallen.

Für die Handynutzung und das mobile Internet-Surfen im europäischen Ausland sollen nach dem Willen des Europaparlaments demnächst keine Extrakosten mehr anfallen. Die Abgeordneten stimmten in Brüssel dafür, diese Roaming-Gebühren bis zum 15. Dezember 2015 zu verbieten. Die EU-Kommission wollte die Gebühren erst zum 1. Juli 2016 abschaffen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung dürften aber noch Monate vergehen: Die Pläne benötigen auch die Zustimmung der EU-Staaten.

Verbraucherschützer begrüßen die Pläne

Der europäische Verbraucherverband Beuc begrüßte die Forderungen. "Dabei gewinnt jeder. Derzeit nutzen 47 Prozent der Reisenden niemals mobiles Internet weil die Datenkosten so obskur sind", kommentierte die Organisation. "Mit einem Verbot können wir davon ausgehen, dass die Internetnutzung einen Höchststand erreicht." Die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte: "Mit dieser Abstimmung bewirkt die EU etwas für die Bürger."

Gebühren sind bereits gesunken

Die EU drückt die Roaming-Kosten bereits seit Jahren Stück für Stück nach unten. Am 1. Juli sinken die Gebühren weiter - das ist längst beschlossen. Dann dürfen abgehende Telefonate nicht mehr als 19 Cent pro Minute kosten (derzeit 24 Cent), eingehende Telefonate nicht mehr als 5 Cent (derzeit 7 Cent). Beim SMS-Versand werden künftig 6 Cent fällig (bisher 8 Cent). Der Datendownload wird pro Megabite 20 Cent kosten (bisher 45 Cent). Hinzu kommt aber jeweils noch die Mehrwertsteuer.

Einheitlichen europäischen Markt im Auge

Die Telekom-Anbieter hatten in den vergangenen Jahren die Roaming-Gebühren auch für Datendienste unter anderem durch befristete Flatrates bereits deutlich gedrückt. Die EU-Kommission sieht die Abschaffung der Roaming-Extrakosten als wichtige Voraussetzung für einen einheitlichen europäischen Markt in dem Bereich. Die Unternehmen verweisen auf wegfallende Einnahmen, die sie für Investitionen ins Netz bräuchten. Daher fordern sie unter anderem mehr Freiraum für Fusionen.

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Schlagworte zum Thema:  Telefonkosten, Handy

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