07.10.2013 | Talfahrt gestoppt

Automobilindustrie im Aufschwung

Die Autobauer sehen Licht am Ende des Tunnels.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Für die deutschen Autobauer stehen die Zeichen wieder auf Aufschwung. Daran ändert auch der noch immer holprige Absatz im Inland nichts.

Die deutsche Autoindustrie kommt wieder in Schwung. Der Export und die Inlandsproduktion zogen im September kräftig an. Dadurch wurde das gute Ergebnis der ersten neun Monate aus dem Vorjahr wieder erreicht, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin mitteilte. Daimler kündigte an, in Brasilien wieder Autos zu produzieren. Aus einem neuen Werk bei São Paulo sollen 2016 die ersten Fahrzeuge vom Band rollen. Die Partner Opel und PSA Peugeot Citroën aus Frankreich wollen Ende 2016 gemeinsam einen kleinen Lieferwagen auf den Markt bringen. Er soll im spanischen Saragossa montiert werden.

Export um 15 Prozent gestiegen 

In Deutschland lagen die Ausfuhren und die Produktion nach drei Quartalen fast genau auf dem Niveau des Vorjahres: 3,14 Millionen Pkw wurden exportiert, 4,09 Millionen hergestellt. Dabei half der starke Monat September, in dem der Export um 15 Prozent und die Produktion um 14 Prozent stiegen. Auch beim Absatz deutet sich in Deutschland eine Erholung an. Im September wurden rund 247.000 Personenwagen neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg berichtete. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. "Es ist erkennbar, dass sich der deutsche Markt fängt", bemerkte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Von Januar bis September wurden 2,22 Millionen Neufahrzeuge für das deutsche Straßennetz angemeldet. Dies entspricht einem Minus von 6,0 Prozent verglichen mit den ersten neun Monaten 2012.

VW am US-Markt zurückgefallen 

Europas Branchenprimus Volkswagen ist auf dem wichtigen US-Automarkt unterdessen zurückgefallen. Der Verkauf der Marke schrumpfte im September um zwölf Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist der kräftigste Rückgang des Autobauers in diesem Jahr. Seit Januar summierte sich das Minus auf drei Prozent. In Deutschland sank die Zahl der VW-Neuzulassungen in den ersten neun Monaten sogar um 8,6 Prozent auf 471.000. Mit einem Anteil von 21,2 Prozent blieb VW die mit Abstand beliebteste Automarke.

Daimler investiert 170 Millionen Euro in Brasilien 

Daimler will mit der Fertigung in Brasilien angreifen, wie es Produktionsvorstand Andreas Renschler formulierte. In einem ersten Schritt investieren die Schwaben 170 Millionen Euro. Bis 2020 will Daimler auf dem brasilianischen Premiummarkt die Nummer eins sein. In dem neuen Montagewerk rund 160 Kilometer von São Paulo entfernt sollen jährlich bis zu 20.000 Fahrzeuge produziert werden. Mercedes-Benz hatte bis 2005 im Werk Juiz de Fora die erste Generation der A-Klasse und für kurze Zeit auch den CLC gebaut.

Neuer Kleinwagen von Opel und PSA 

Die Allianz der kriselnden Autobauer Opel und PSA Peugeot Citroën lässt die geplanten Neuentwicklungen im Kleinwagensegment dagegen im spanischen GM-Werk Saragossa bauen. Wie die Hersteller am Dienstag mitteilten, wird das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim die technische Umsetzung des gemeinsamen Minivan-Projekts verantworten. PSA liefere Motoren und Getriebe. Die ersten Fahrzeuge sollten Ende 2016 auf den Markt kommen. "Die Fahrzeuge werden sich erheblich voneinander unterscheiden und vollständig im Einklang mit den Merkmalen der jeweiligen Marke sein", hieß es in der Mitteilung. Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und PSA hatten sich im vergangenen Dezember auf drei gemeinsame Projekte verständigt. Das sogenannte Multi-Purpose-Vehicles-Programm im Kleinwagensegment ist eines davon. Die Zusammenarbeit bei Einkauf, Logistik und Modellentwicklung soll Kosten sparen.

 

Schlagworte zum Thema:  Automobilproduktion, Export, Konjunktur, Investition

Aktuell

Meistgelesen