19.03.2013 | Studie von Towers Watson

Im Schnitt 5,3 Millionen Euro für jeden DAX-Chef

Fü die Vorstandschefs der DAX-Unternehmen war 2012 wieder ein gutes Jahr.
Bild: Sara Hegewald ⁄

Die Vergütung der Vorstandsvorsitzenden der 30 DAX-Unternehmen stieg im Jahr 2012 um durchschnittlich drei Prozent auf 5,33 Millionen Euro (Vorjahr 5,28 Millionen Euro). Zu diesem Ergebnis kommt die Analyse „Vorstandsvergütung im DAX 2012“ der Unternehmensberatung Towers Watson.

Die Studie basiert auf den Angaben in den Geschäftsberichten von 23 der 30 DAX-Unternehmen. Der Anstieg der Gehälter für die Vorstandschefs ist vergleichsweise moderat. Denn für die meisten Unternehmen des deutschen Börsenleitindex war das Geschäftsjahr 2012 sehr erfolgreich. So stieg der EBIT im Durchschnitt um 14 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, wobei die Einzelwerte eine starke Streuung aufweisen.

Heterogene Entwicklung

Dabei offenbart der Blick auf die einzelnen Unternehmen eine sehr heterogene Entwicklung. Da die Vorstandsvergütung –insbesondere Boni – stark an den Unternehmenserfolg gekoppelt sind, weisen auch die Bezüge der einzelnen Unternehmenslenker eine starke Streuung auf. Sie bewegten sich – weitgehend im Einklang mit dem Unternehmenserfolg – in einer Spannbreite von 2,1 Millionen Euro bis 14,5 Millionen Euro. Insgesamt werden die DAX-Unternehmenslenker etwas geringer als ihre Kollegen in Europa, die durchschnittlich 7,5 Mio. Euro erhalten.

„Für die DAX-Unternehmen war 2012 ein sehr gutes Geschäftsjahr. Die Vorstandsvergütung zeigt sich dagegen eher unspektakulär“, kommentiert Olaf Lang, Leiter des Beratungsbereichs „Talent & Rewards“ bei Towers Watson die aktuelle Entwicklung.

Neue Rechnungslegungsvorschriften verbessern Transparenz

Nach der jüngsten Änderung der Rechnungslegungsvorschriften wird die Vorstandsvergütung in den Geschäftsberichten für 2012 noch transparenter ausgewiesen als zuvor. „Nun wird im Geschäftsbericht die gesamte langfristige variable Vergütung dargestellt, die ein Unternehmen seinen Vorstandsmitgliedern für das jeweilige Geschäftsjahr zugesagt hat “, betont Ralph Lange, Practice Leader Executive Compensation bei Towers Watson. Bislang waren die aktienbasierten langfristigen variablen Vergütungsbestandteile im Geschäftsjahr der Zusage auszuweisen, während die langfristigen variablen Vergütungen, die z. B. an das Erreichen bestimmter Ergebnis- oder Renditeziele gekoppelt waren, erst im Jahr der Auszahlung anzugeben waren.

Abstimmung der Hauptversammlung – bisherige Regelung ausreichend

Aufmerksam beobachten die Unternehmensberater die Überlegungen, dass künftig die Hauptversammlungen verbindlich über die Höhe der Vorstandsvergütung abstimmen sollen. „Grundsätzlich ist es zu empfehlen, dass die DAX-Unternehmen ihren Aktionären die Vorstandsvergütung zur Abstimmung vorlegen. Das Votum der Aktionäre hat Gewicht – unabhängig davon, ob es rechtlich bindend ist oder nicht. Daher ist eine verbindliche Abstimmung nicht erforderlich“, so Vergütungsexperte Helmuth Uder. Seit 2009 können die Aktionäre auf den Hauptversammlungen über das System der Vorstandsvergütung abstimmen. Bei den meisten DAX-Unternehmen wurden die Vergütungssysteme mit großer Mehrheit bestätigt.

Schlagworte zum Thema:  DAX, DAX-Konzerne, Gehalt, Vergütung, EBIT

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