25.09.2012 | Studie

Europäische IT-Industrie verliert an Bedeutung

Bei der Produktion Hightech-Produkten spielt Europa nicht die erste Geige.
Bild: Haufe Online Redaktion

Europa verliert nach Einschätzung von Marktanalysten an Bedeutung für die weltweite Computer- und IT-Industrie. Nur 24 Prozent des globalen Umsatzes mit IT-Dienstleistungen, IT-Hardware, Software sowie Telekom-Diensten und -Produkten habe Europa 2011 erwirtschaftet.

Die Tendenz sei weiter sinkend, sagte Axel Freyberg, Partner der Beratungsgesellschaft A.T.Kearney. In allen wichtigen Segmenten in der ICT-Industrie gehe der Anteil Europas zurück. Während die Umsätze weltweit um rund 4,1 Prozent im Jahr stiegen, lege Europa lediglich um 2,5 Prozent zu. Für eine moderne Wirtschaft sei ein gut funktionierender Hightech-Sektor jedoch eine wesentliche Grundlage.

Lediglich 15 der führenden hundert Unternehmen der Informationstechnik und Telekommunikation (ICT) haben demnach ihren Hauptsitz in Europa. Und weniger als zehn Prozent der Umsätze in der Branche würden die Top 100 einer aktuellen Untersuchung zufolge in Europa noch generieren. Kernbranchen wie die Automobilindustrie oder der Maschinenbau bedürften allerdings einer „agilen und innovativen europäischen Hightech-Industrie“, so die Marktbeobachter von A.T.Kearney. 

Für die Stärkung sei eine gemeinsame europäische Hightech-Strategie nötig. Nationale Alleingänge könnten im globalen Wettbewerb nicht mithalten. Um als Gegengewicht zu den USA und vor allem Asien zu bestehen, seien kurzfristige nationale Konzepte nicht mehr geeignet. „Wir brauchen vielmehr eine Art 20-Jahres-Fahrplan“ sagte Jan Stenger, Mitautor der Studie, der dpa. So etwas gebe es bislang noch gar nicht. Für einen Erfolg müssten aber die nationalen Regierungen, EU-Institutionen, die Unternehmen und Investoren an einem Strang ziehen. 

Um die Zukunft der Computer- und IT-Industrie in Europa zu sichern, sind nach Einschätzung der Analysten von A.T.Kearney mehrere Erfolgsfaktoren wichtig. Dazu zähle zum Beispiel die verstärkte Bildung von paneuropäischen Forschungszusammenschlüssen (Cluster), damit die finanziellen Mittel für Innovationen nicht zu breit und damit zu flach gestreut würden.

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