26.07.2013 | Studie

Die Sportbranche ist ein Wirtschaftsgigant

Wirtschaftsfaktor: 77,6 Milliarden Euro geben die Deutschen im Jahr für aktiven Sport aus.
Bild: Haufe Online Redaktion

Sport ist längst nicht mehr nur eine Nebensache - auch wirtschaftlich gesehen. Die Sportbranche hat wirtschaftlich eine ähnliche Bedeutung wie der Fahrzeugbau Deutschlands. Verbraucher geben jährlich 87,2 Milliarden Euro für Sport aus.

Der Sport gewinnt für die deutsche Volkswirtschaft immer größere Bedeutung. Privathaushalte geben jährlich 87,2 Milliarden Euro für Konsum wie Laufschuhe, Skiurlaube oder Bundesliga-Spiele aus. Die Bruttowertschöpfung des Sports beträgt 73,1 Milliarden Euro. 1,766 Millionen Menschen sind in Deutschland im Sport beschäftigt, das sind 4,4 Prozent aller Erwerbstätigen. Diese Ergebnisse des sogenannten Nationalen Sportsatellitenkontos gaben das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) und das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt.

Ähnliche Bedeutung wie der Fahrzeugbau 

"Der Sport hat sich dynamisch entwickelt. Er hat mittlerweile eine ähnliche Bedeutung wie der Fahrzeugbau", sagte Autor Gerd Ahlert. Für den Volkswirt von der Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung in Osnabrück steht Deutschland bei vielen Entwicklungen an der Spitze in Europa: "Der Sport hat sich professionalisiert, wir als Konsumenten haben uns auch professionalisiert." Adäquate Vergleichszahlen zu ersten Erhebungen in den 90er Jahren gibt es allerdings nicht, da sich auch die Methoden geändert haben. Andreas Pohlmann vom BISp verwies bei der Untersuchung mit dem Berichtsjahr 2008 auf eine Datenbasis, "wie wir sie in Deutschland noch nie gehabt haben und auch in Europa nicht". Die 70seitige Broschüre soll vor allem sportpolitischen und wirtschaftspolitischen Entscheidern Daten zur Hand geben. Die vom Bundesinnenministerium und Bundeswirtschaftsministerium finanzierte Studie soll in den nächsten zehn Jahren alle zwei Jahre aktualisiert werden.

Sport macht 6,6 Prozent der Konsumausgaben aus 

Die Bruttowertschöpfung des Sports beträgt mittlerweile drei Prozent, die Ausgaben für Sport machen 6,6 Prozent der gesamten Konsumausgaben aus. Im europäischen Vergleich liegt nur Österreich als große Wintersportnation in einigen Bereichen vor Deutschland. Auf das Sportsatellitenkonto mit eingeflossen sind nicht nur Zahlen aus dem Breitensport, sondern auch aus dem Profibereich wie der Fußball-Bundesliga. "Der FC Bayern München ist fest verdrahtet, die zahlen Steuern. Da entgeht uns kein einziger Euro", erklärte Ahlert bei seiner Präsentation und erntete damit einige Lacher angesichts der Steuer-Affäre um Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Untersuchungsreihe des DOSB 

Nicht mit eingeflossen in die Studie ist eine Untersuchungsreihe ebenfalls im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im vergangenen Jahr veröffentlichte. Demnach werden jährlich 100 Milliarden Euro mit privatem Konsum, Werbung, Sponsoring und Medien umgesetzt. 77,6 Milliarden geben die Bürger für aktiven Sport aus, 9,8 Milliarden für passiven. Dazu kommen fast 5,5 Milliarden für Werbung, Sponsoring und Medienrechte.

 

Schlagworte zum Thema:  Sport, Studie, Bruttowertschöpfung

Aktuell

Meistgelesen