28.02.2014 | Stiftung Warentest

Threema ist die sichere WhatsApp-Alternative

Der Schweizer Kurznachrichten-Dienst Threema boomt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Kauf des Kurznachrichten-Dienstes WhatsApp durch Facebook hat viele Nutzer veranlasst, nach Alternativen zu suchen. Die Stiftung Warentest hatte vier WhatsApp-Konkurrenten getestet und dabei nur Threema als "unkritisch" bewertet.

Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook haben Alternativ-Programme die Charts der App Stores erobert. Das von der Stiftung Warentest wegen seiner lückenlosen Verschlüsselung ausgezeichnete Programm Threema des Anbieters Kasper Systems führt in Deutschland sowohl im Google Play Store für Android-Smartphones als auch im iTunes-Store für iPhone-App die Liste der Bezahl-Anwendungen an. Threema kostet 1,59 Euro (Android) bzw. 1,79 Euro für die Apple-Geräte.

 Echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Die Stiftung Warentest hatte mit Threema, Line, Blackberrys BBM und den Telegram Messenger vier WhatsApp-Alternativen getestet und dabei nur Threema als "unkritisch" bewertet. Die App aus der Schweiz bietet eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Auch beim Telegram Messenger werden die Daten von einem Handy bis zum anderen verschlüsselt übertragen - hier muss der Anwender allerdings erst den sogenannten Secret Chat aktivieren. Telegram wurde im vergangenen Jahr von den Brüdern Nikolai und Pawel Durow gestartet, die zuvor schon das meistgenutzte russische soziale Netzwerk Vk.com gegründet hatten.

Boom im deutschsprachigen Raum

Der Boom von Threema erstreckt sich vor allem auf den deutschsprachigen Raum und den arabischen Raum. So führt die Anwendung auch in der Schweiz und in Österreich sowie in Kuwait, Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten die Charts der Bezahl-Apps an. Aber auch in den Niederlanden, Slowenien und der Slowakei liegt die App vorne. Der Erfolg der Kostenlos-App Telegram Messenger ist nicht nur in Europa, sondern auch in Lateinamerika, dem Nahen Osten und in Australien zu beobachten.

30 Millionen aktive Nutzer in Deutschland

Laut einer diese Woche veröffentlichten Umfrage kann sich in Deutschland rund jeder Dritte WhatsApp-Nutzer vorstellen, den Messenger-Anbieter zu verlassen. Zugleich sieht mehr als die Hälfte der Befragten den Kauf entspannt und will bei WhatsApp bleiben, wie eine gemeinsame Umfrage des Marktforschungsinstitut Advise mit dem Online-Panelanbieter respondi AG ergab. An der Erhebung, über die "Spiegel Online" berichtete, nahmen 1.012 WhatsApp-Nutzer teil. WhatsApp hat in Deutschland nach jüngsten Zahlen von Januar rund 30 Millionen aktive Nutzer. Deutlich weniger Zuspruch erhalten die WhatsApp-Alternativen dagegen im Heimatland von Facebook, den USA. Hier werden die App-Charts für iOS und Android durchgängig von Spielen wie Flappy Wings angeführt.

Messenging-Dienst soll eigenständig bleiben

Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook kauft WhatsApp mit zuletzt 465 Millionen weltweiten Nutzern für insgesamt 19 Milliarden Dollar. Der Kurznachrichten-Dienst hatte stets betont, so wenig wie möglich Informationen seiner Nutzer zu speichern und sich nur über die Jahresgebühr von rund einem Dollar zu finanzieren. Facebook-Chef Mark Zuckerberg betonte Anfang der Woche, dass sein Netzwerk keine WhatsApp-Daten auswerten werde und der Messenging-Dienst weiterhin eigenständig agieren werde. Unterdessen wurde der südkoreanische WhatsApp-Konkurrent Kakao in seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit 2,4 Milliarden Dollar bewertet. Zu dieser Bewertung hätten Investoren noch vor dem Mega-Deal um WhatsApp zehn Millionen Dollar in das Unternehmen gesteckt, sagte Kakao-Chef Sirgoo Lee der "Financial Times" auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Kakao hat rund 130 Millionen Nutzer in Asien.

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