| Stellungnahme

KfW: Wärmedämmung lohnt sich doch

Die Reaktion kam mit Verzögerung. Wärmedämmung rechnet sich doch, sagt die Förderbank KfW und widerspricht gegenteiligen Berichten. Alles andere wäre ein herber Schlag gegen die Klimaziele der Bundesregierung.

Die Staatliche Förderbank KfW und Umweltverbände haben Berichte zurückgewiesen, Wärmedämmung bei der Sanierung von Häusern rentiere sich nicht. "Die Energiekostenersparnis finanziert die energieeffizienzbedingten Mehrausgaben einer Sanierung", teilte die Bankengruppe mit und verwies auf eine in ihrem Auftrag angefertigte Studie des Schweizer Prognos-Instituts. Die Bank rechnete vor, dass für die energieeffiziente Sanierung bis 2050 rund 507 Milliarden Euro veranschlagt werden. Dabei fielen allgemeine Sanierungskosten von 270 Milliarden Euro an, die "ohnehin" fällig würden, sowie 237 Milliarden Euro, die für mehr Energieeffizienz ausgegeben werden müssten.

Studie hat nicht klar genug differenziert 

Die erzielte Heiz- und Wärmekostenersparnis belaufe sich auf 361 Milliarden Euro, so dass sich ein Plus für energieeffiziente Sanierer von 124 Milliarden Euro ergebe. Die prognostizierten Investitionen für energieeffiziente Neubauten von 331 Milliarden Euro fielen hier nicht ins Gewicht, da bei ihnen die vorgegebenen Energiesparstandards ohnehin einzuhalten seien. Das Gesamtinvestitionsvolumen für Sanierung und Neubauten belaufe sich bis 2050 auf 838 Milliarden Euro. Die Prognos-Studie hatte zunächst nicht entsprechend klar zwischen Sanierung und Neubau differenziert. Der Umweltverband BUND errechnete nach der Prognos-Studie über den Quadratmeterpreis den Anteil des Mehraufwands für energetisches Bauen auf 40 Prozent. Damit stehe ein Mehraufwand von 335 Milliarden Euro Ersparnissen von 370 Milliarden gegenüber.

"Irreführende Zahlenvergleiche" 

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) betonte ebenfalls, dass sich die energetische Sanierung von Gebäuden wirtschaftlich rechne. "Das zeigen hunderte Praxisbeispiele", erklärte der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, Stephan Kohler. In der Bilanz dürften nur die für Energieeffizienz relevanten Mehrkosten den Energieeinsparungen gegenübergestellt werden. "Gebäudeeigentümer sollten sich nicht durch irreführende Zahlenvergleiche beunruhigen lassen", sagte er.

Arbeitsplätze im regionalen Handwerk sichern 

Die KfW argumentierte weiter, mit Fördermitteln der Bankengruppe amortisiere sich die Sanierung in der Regel deutlich früher als ohne, "meist in weniger als 20 Jahren". Ziel der Studie sei es im übrigen gewesen, die volkswirtschaftlichen Wirkungen der KfW-Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren zu berechnen: Die Maßnahmen unterstützten das jährliche Wirtschaftswachstum mit 0,4 Prozentpunkten und sicherten 200.000 bis 300.000 Arbeitsplätze im Jahr vor allem im regionalen Handwerk. Die KfW zog daher eine positive Bilanz für die Programme. Energiesparendes Bauen und Sanieren "sind zentraler Bestandteil des energiepolitischen Konzepts der Bundesregierung".

 

Schlagworte zum Thema:  Energetische Gebäudesanierung, KfW-Bank, KfW-Fördermittel, Studie

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