10.09.2014 | 750 Millionen Euro angepeilt

Startup-Fabrik Rocket Internet geht an die Börse

Die Startup-Fabrik Rocket Internet will an die Börse.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet geht an die Börse. Das Unternehmen der Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer kündigte heute eine Aktienplatzierung in Frankfurt an. Damit will Rocket etwa 750 Millionen Euro einnehmen.

Der Börsengang solle noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Die bestehenden Anteilseigner wollen dabei keine Anteile verkaufen, es sollen nur neue Aktien platziert werden. "Der Börsengang ist der nächste logische Schritt auf dem Weg zu unserem erklärten Ziel, die weltweit führende Internet-Plattform außerhalb der USA und Chinas zu werden", erklärte Rocket-Mitgründer und Chef Oliver Samwer.

20.000 Mitarbeiter in 100 Ländern

Rocket Internet war im Jahr 2007 gegründet worden und bringt hauptsächlich Internet-Startups auf den Weg. Zu den Firmen, die unter dem Dach von Rocket groß geworden sind, zählt auch der Modehändler Zalando, der ebenfalls noch in diesem Jahr an die Börse will. Rocket Internet hat die Startup-Produktion wie am Fließband organisiert. Eine Geschäftsidee wird schnell in verschiedenen Ländern an den Start gebracht. Aktuell sind unter dem Rocket-Dach über 50 Firmen in verschiedenen Weltregionen aktiv. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Online-Handel. So ist etwa Zalora eine Art Zalando für Asien und Dafiti setzte dieses Konzept in Südamerika um. Das Online-Kaufhaus Lazada macht der weltweiten Nummer eins Amazon auf den Philippinen Konkurrenz, das Rocket-Unternehmen Jumia tut dies in Afrika. Insgesamt arbeiten in den Firmen nach Rocket-Angaben über 20.000 Menschen in 100 Ländern.

Als Kopierer verschrien

Zum Rocket-Stall gehören außerdem Dienstleistungs-Anbieter aus unterschiedlichsten Bereichen: Taxi-App, Putzfrauen-Vermittlung, Busreise-Plattform, Online-Bezahldienst, Lebensmittel-Versand sowie Kredit-Vermittler für Privatleute und Unternehmen. Aus dem Silicon Valley wird Rocket häufig vorgeworfen, Ideen von US-Startups bis auf Design und Logo zu kopieren. Die Berliner Firma kontert, entscheidend sei nicht eine Idee, sondern die Umsetzung.

Gesamtbewertung von 5 Milliarden Euro angestrebt

Nach bisherigen Medienberichten strebt Rocket beim Börsengang eine Gesamtbewertung von fünf Milliarden Euro an. Damit würden die Samwer-Brüder offiziell zu Multi-Milliardären. Sie halten die Mehrheit an Rocket Internet über ihren Global Founders Fund mit 52,3 Prozent nach Angaben von Mittwoch. Weitere Anteilseigner sind die schwedische Investmentfirma Kinnevik mit 18,1 Prozent, United Internet mit 10,4 Prozent und Access Industries des US-Milliardärs Len Blavatnik mit 8,3 Prozent. Der philippinische Telekom-Konzern Philippine Long Distance Telephone Company (PLTD) hält 8,4 Prozent und der Risikofinanzierer Holtzbrinck Ventures mit 2,5 Prozent.

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Schlagworte zum Thema:  Internetportal, Börsengang

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