| Staatsschuldenkrise

Manager wollen am Euro festhalten

Unternehmensführer denken europäisch, nicht mehr national
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Führungskräfte in Deutschland haben sich einer Umfrage zufolge klar für den Euro ausgesprochen. Drei von vier Topmanager sind danach der Ansicht, dass auf jeden Fall versucht werden sollte, die Eurozone in ihrer jetzigen Form zu erhalten.

Dies ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa für das Handelsblatt. 641 Führungskräfte wurden dazu befragt. Die Ergebnisse unterstrichen, dass für die Wirtschaftselite der größten europäischen Volkswirtschaft ein Zerfall der Euro-Zone keine Option sei, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. „Viele Unternehmer haben sich vom nationalstaatlichen Denken gelöst und denken heute globaler.“ So erklärten vier von zehn Spitzenmanagern, sie fühlten sich persönlich eher als Europäer denn als Deutsche.

85 Prozent der Topmanager beurteilten das Krisenmanagement der Bundesregierung als „alles in allem richtig“. Obwohl 55 Prozent der Führungskräfte prinzipiell laut der Umfrage dafür sind, weitere nationale Kompetenzen an Brüssel abzugeben, lehnten 58 Prozent eine europäische Bankenunion mit gemeinsamer Einlagensicherung strikt ab. Zwei von drei Führungskräften plädierten auch dafür, mehr Banken zu schließen, wenn sie in Schieflage gerieten.

Die Unternehmen in Deutschland fühlten sich einer weiteren Umfrage zufolge gegen eine mögliche Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise gut gewappnet. Mehr als jedes vierte Unternehmen will danach derzeit keine Kredite für Investitionen aufnehmen, sondern sie aus eigener Kraft finanzieren, wie aus einer Sonderauswertung der Frühsommer-Firmenumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervorgeht

Schlagworte zum Thema:  Euro, Euro-Rettungsschirm, Eurokrise

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