28.06.2013 | Stiftung Warentest

Sicherheits-Apps schließen im Test schlecht ab

Die meisten Sicherheits-Apps fielen im Test durch.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die meisten Sicherheits-Apps für Android-Smartphones versprechen derzeit mehr als sie halten. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach einem Vergleich von 15 solcher Anwendungen ("test"-Ausgabe 7/13).

Die schlechtesten beiden Apps etwa erkannten mehr als die Hälfte der 5.000 auf dem Test-Handy gespeicherten Schädlinge nicht - ein "mangelhaftes" Ergebnis. Und acht weitere Anwendungen kamen in diesem Prüfungspunkt über ein "ausreichend" nicht hinaus. Außerdem warnen nur sechs Apps vor Phishing-Seiten, obwohl es elf versprechen. Kritisch sahen die Tester, dass sieben Anwendungen private Daten wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Positionsdaten teilweise unverschlüsselt an den Hersteller weiterreichen oder die Gerätekennung an Dritte senden.

McAfee und Avast an der Spitze 

Am besten schnitten McAfee Antivirus & Security (30 Euro im Jahr) mit der Note 1,9 und das kostenlose Avast Mobile Security mit der Note 2,1 ab. Beide werden auch hinsichtlich des Datenschutzes als unkritisch bewertet. Auch wenn die Bedrohung von Android-Smartphones durch Schadsoftware noch längst nicht mit der von Windows-PCs vergleichbar ist: Sinnvoll kann die Installation einer Sicherheits-App aber sein, weil es immer wieder Schädlinge in Googles Play Store schaffen. Sie versenden teure Premium-SMS, ermöglichen Fremdzugriff, spähen Daten aus oder greifen mobile TANs fürs Online Banking ab.

Am besten ausschließlich Apps aus offiziellem Store 

Trotzdem fahren Besitzer eines Android-Handys in Sachen Schutz vor Schadsoftware immer noch am besten, wenn sie ausschließlich Apps aus den offiziellen App Stores installieren, raten die Tester - selbst wenn eine Sicherheits-App installiert ist. Und weil kaum eine App alle Phishing-Seiten erkennt, sollten Nutzer bei dubiosen Mails und Webseiten stets misstrauisch sein. Neben dem Abblocken von Schädlingen sollen die Sicherheits-Apps das Smartphone nach Verlust auch orten, sperren und löschen können. Dazu können sich Nutzer auf den Internetseiten der Anbieter anmelden und ihr Smartphone fernsteuern. Die Kontaktaufnahme zum verlorenen Handy funktioniert aber nur, wenn bei dem Gerät die Datenverbindung aktiviert ist. Eine Sicherheits-App kann eine Bildschirmsperre mit PIN nicht ersetzen, warnen die Tester.

Willkürliche Zahlenkombination 

Die Bildschirmsperre ist nicht zu verwechseln mit der ebenfalls wichtigen PIN zum Entsperren der SIM-Karte beim Start. Sie sollte unbedingt immer mit einer willkürlichen Zahlenkombination eingerichtet werden, damit Finder oder Diebe keinesfalls Zugriff aufs Handy und die darauf gespeicherten Daten bekommen. Die Nutzung von Mustern zum Entsperren empfehlen die Experten nicht, weil diese durch die häufige Nutzung verräterische Spuren auf dem Display hinterlassen können.

Bei iPhones und Windows Phone keine Sicherheits-Apps nötig 

Bei iPhones gehören die Hilfsfunktionen nach Verlust seit der iOS-Version 4.2 fest zum Betriebssystem. Nutzer müssen nur in den Einstellungen "iCloud" und dann "iPhone suchen" aktivieren. Bei Smartphones mit Windows Phone sind die Funktionen ebenfalls standardmäßig verfügbar. Schadsoftware spielt bei diesen beiden mobilen Betriebssystemen keine Rolle, so dass Nutzer keine Sicherheits-Apps installieren müssen.

 

Schlagworte zum Thema:  IPhone, Datensicherheit, App, App Store, Handy, Schadsoftware, Smartphone, Android

Aktuell

Meistgelesen