| Prognose des IAB

Am Arbeitsmarkt sind die goldenen Zeiten vorbei

Die Effekte der Harzt-IV-Reformen laufen aus, meint das IAB
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Trotz eines robusten Arbeitsmarktes rechnen Forscher mittel- und langfristig in Deutschland mit einer Jobflaute. Die strukturellen Effekte der Hartz-Reformen seien im Wesentlichen ausgereizt, heißt es einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Darüber dürfe auch der Umstand nicht hinwegtäuschen, dass aktuell die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt wieder sinke. Damit würden derzeit lediglich leichte Jobverluste als Folge der jüngsten Eurokrise wettgemacht. "Strukturelle Indikatoren deuten schon länger darauf hin, dass die fundamentalen Verschiebungen am Arbeitsmarkt zu einem Ende kommen", schreiben die Autoren der Studie.

 IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber schließt nicht aus, dass der Effekt schon im Jahre 2014 oder 2015 wirksam wird. "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird dann zwar weiter gut sein, der bisherige Schwung wird aber nicht mehr da sein, wenn man nicht gegensteuert", sagte Weber.

2013 soll die Arbeitslosigkeit nochmals sinken

Als Konsequenz fordert die Denkfabrik der Bundesagentur nicht nur eine stärkere Qualifizierung von Arbeitslosen, sondern auch eine verbesserte Betreuung von Männern und Frauen, die schon nach kurzer Zeit wieder ihren Job verlieren. "Eine nachhaltige Betreuung zur Stabilisierung von Kurzzeitarbeitsverhältnissen erscheint vielsprechend", betonen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Geringqualifizierte hätten weiterhin das höchste Risiko, arbeitslos zu werden.

 Für 2013 rechnen die Arbeitsmarktforscher dagegen noch einmal mit leicht sinkender Arbeitslosigkeit in Deutschland. Mit 2,86 Millionen werde die Zahl der Erwerbslosen im Jahresschnitt um rund 40 000 niedriger ausfallen als 2012. Bei den Erwerbstätigen rechnet das IAB weiterhin mit einem Anstieg - «wenn auch moderater als in den letzten Jahren». Das IAB geht für 2013 im Jahresdurchschnitt von 41,84 Millionen Arbeitsplätzen aus - das wären rund 230.000 mehr als im Jahr 2012.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsmarkt, Hartz IV, IAB

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