19.04.2013 | Müllsammlung

Private Abfallunternehmen beklagen kommunale Konkurrenz

Zunehmend machen Kommunen privaten Entsorgern Konkurrenz.
Bild: Gabi Schoenemann/pixelio.de

Die privaten Abfallunternehmen in Deutschland üben heftige Kritik am Abfall-Sammelverhalten der Kommunen.

Zunehmend würden gewerbliche Sammlungen von Altpapier, Schrott und Altkleidern untersagt, oft zugunsten kommunaler Sammlungen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), Eric Rehbock, bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Bonn. "Für uns ist das eine bundesweit abgestimmte Strategie, nach der sich viele Kommunen und deren Unternehmen Stoffströme zueignen, die bisher gar nicht zu ihrem Geschäftsfeld gehörten."

Unternehmen fürchten um Existenz 

Unternehmen, die seit Jahrzehnten private Sammlungen durchführten, müssten um ihre Existenz fürchten, sagte Rehbock. Die Situation sei dramatisch. So gebe es im Altpapierbereich kaum noch gewerbliche Sammlungen. Bei den Alttextilien häuften sich die Untersagungen und kommunale Monopole würden aufgebaut. Die Entwicklung führe zu einer Entmündigung und Enteignung der Bürger, die Schrott nicht mehr an den Schrotthändler verkaufen dürften, sondern kostenlos den kommunalen Unternehmen andienen müssten.

Überwiegend mittelständische Unternehmen 

Den Grund dafür sieht der bvse im neuen, seit einem Jahr geltenden Kreislaufwirtschaftsgesetz. Bei der anstehenden Überprüfung des Gesetzes im Juni seien daher wesentliche Korrekturen notwendig, um die privaten Unternehmen fair zu behandeln. Nach einem Wachstum von 8,5 Prozent im Jahr 2011 verzeichnete die Recycling- und Entsorgungsbranche 2012 nur noch eine Umsatzsteigerung von einem Prozent. Für das laufende Jahr werde nicht einmal das erwartet, hieß es. Dem bvse gehören 670 überwiegend mittelständische Unternehmen an.

Schlagworte zum Thema:  Entsorgung, Abfall, Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, Kommune, Abfallmanagement

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