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Microsoft bietet Cloud "made in Germany"

Microsoft bietet Datenspeicherung in Deutschland an.
Bild: Deutsche Telekom

Microsoft bietet den Kunden seiner Cloud-Dienste künftig auch die Speicherung der Daten in Deutschland an. Dafür wird der Softwarekonzern zwei Rechenzentren der Deutschen Telekom in Frankfurt am Main und in Magdeburg nutzen, kündigte Microsoft-Chef Satya Nadella in Berlin an.

Kunden könnten sich somit entscheiden, ob sie öffentliche Lösungen oder Services aus deutschen Rechenzentren nutzen wollten. Das Angebot richtet sich an Unternehmenskunden. Private Nutzer von Clouddiensten wie «Onedrive» werden vorerst weiterhin aus der internationalen Cloud von Microsoft bedient. Bei den Unternehmenskunden kann die Telekom-Tochter T-Systems als Treuhänder den Zugang zu den Kundendaten kontrollieren und überwachen. Microsoft habe bei dieser Konstruktion keinerlei Zugriff auf die Daten, die auf ihren Servern gespeichert werden, betont das Unternehmen. Für diese rechtliche und technische Absicherung wird ein noch nicht bezifferter Aufpreis fällig. Microsoft reagiert mit dem neuen Angebot auf die anhaltenden Sicherheitsbedenken der Kunden, die das Geschäft mit Cloud-Angeboten vielfach ausbremsen.

Kundendaten bleiben in Deutschland

Cloud Computing bedeutet, dass Programme nicht auf einem lokalen Rechner laufen, sondern irgendwo in einem Rechenzentrum. Die Hardware in Frankfurt in Magdeburg, die in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres sukzessive den Betrieb aufnehmen sollen, gehört Microsoft. Der Konzern verwendet weltweit die gleiche Technologie und die gleiche Architektur für seine Cloud-Services, um überall die gleichen Servicezusagen sicherstellen zu können. Die Rechenzentren selbst werden von der Telekom betrieben. "Das ist ein bedeutender Schritt in die künftige Rolle des Cloud-Computings", sagte Nadella. Die Treuhänder-Konstruktion gewährleiste, "dass die Kundendaten in Deutschland bleiben". Cloud-Dienste seien für Unternehmen und Startups entscheidend, um künftig weiteres Wachstum zu generieren. Microsoft sei das erste Unternehmen, das ein solches Modell anbietet. Über die Plattform sollen die Dienste Azure, Office 365 und Dynamics CRM Online ab der zweiten Jahreshälfte 2016 zur Verfügung stehen. Microsoft-Konkurrent Amazon bietet auch Cloud-Dienste aus einem Rechenzentrum in Deutschland an, allerdings ohne eine Treuhänder-Option.

Neue Geschäftsmodelle bedrängen führende Unternehmen

"Wir übernehmen die Rolle des Treuhänders für die Daten der Kunden von Microsoft", erklärte Anette Bronder von T-Systems. Damit könnten sich die Kunden von Microsoft für ein Datenschutzniveau entscheiden, "das die Anforderungen deutscher Unternehmen und vieler Kunden des öffentlichen Sektors erfüllt". Die Telekom habe sich bereits vor drei, vier Jahren für eine deutsche Cloud stark gemacht, sagte T-Systems-Chef Reinhard Clemens und sei dabei zunächst auf große Skepsis gestoßen. Die Telekom sei jüngst als vertrauenswürdigstes Unternehmen in Deutschland ausgezeichnet worden und besitze die Kompetenz für den sicheren Betrieb der Rechenzentren. Nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IDC werden bis 2018 rund ein Drittel der 20 führenden Unternehmen in allen Branchen von neuen Geschäftsmodellen wie Uber, Tesla oder Airbnb bedrängt werden. "Cloud-Services bieten dabei die wichtigste Grundlage für die Realisierung der Transformation in den Unternehmen", sagte IDC-Analystin Lynn-Kristin Thorenz. Microsofts neue Strategie sei ein wichtiges Signal für die Kunden und Partner, "auf die Cloud aufzuspringen, bevor es zu spät ist".

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Schlagworte zum Thema:  Cloud, Cloud Computing

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