| Trotz Förderkürzung

Neuer Rekord beim Solaranlagenbau

Noch nie wurden so viele Solaranlagen gebaut wie 2012.
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine Förderkürzung im Sommer soll den Zubau von Solaranlagen in geordnetere Bahnen lenken. Doch zunächst hat es 2012 wieder einen Rekord gegeben. Für die Bürger bringt der Solarenergie-Boom Zusatzkosten beim Strompreis. Doch ein Ende der Förderung naht.

Trotz einer Förderkürzung sind in Deutschland noch nie so viele Solaranlagen neu installiert worden wie 2012. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden im Dezember neue Anlagen mit einer Leistung von 360 Megawatt gemeldet. Damit stieg die installierte Gesamtleistung im abgelaufenen Jahr auf rund 7630 Megawatt. Der bisherige Rekord lag bei 7500 Megawatt 2011. Das Ministerium betonte, seit Oktober greife die im Sommer beschlossene Förderkürzung, der zuvor unkontrollierte Fotovoltaik-Ausbau gehe signifikant zurück. Der stärkste Monat war der Juni mit 1790 Megawatt an installierter Leistung - ein monatelanges Gezerre zwischen Bund und Ländern um das Ausmaß von Förderkürzungen hatte noch einmal aus Sorge vor harten Einschnitten den Zubau gerade im Frühjahr in die Höhe getrieben.

Netzausbau kommt nicht hinterher 

Für die Bürger hat der Solarboom den Nachteil, dass er die Förderzahlungen weiter treibt. Denn die Kosten für die auf 20 Jahre garantierten festen Vergütungssätze werden per Ökostrom-Umlage auf die Strompreise der Bürger aufgeschlagen, zudem kann der Netzausbau bisher mit dem Tempo nicht standhalten. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kam die Erzeugung von Ökostrom die Verbraucher 2012 so teuer zu stehen wie nie zuvor. Deutschlands Ökostromerzeuger hätten für Energie aus erneuerbaren Quellen - hierzu gehören zum Beispiel auch Windkraftanlagen - erstmals mehr als 20 Milliarden Euro erhalten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die Netzbetreiber. Fast 17 Milliarden Euro davon hätten die Stromverbraucher mit der Ökostrom-Umlage gezahlt. An der Börse, wo die Erzeuger den Strom verkaufen müssen, hätten sie dafür 2,9 Milliarden Euro bekommen.

Strompreis stieg um zwölf Prozent 

Der Energieexperte Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband betonte, allein in den letzten drei Jahren seien rund 22.000 Megawatt an neuer Solarleistung installiert worden. "Damit wird die schwarz-gelbe Bundesregierung als die erfolgreichste Solarregierung in die Geschichte eingehen, aber zugleich auch als diejenige mit den höchsten Strompreissteigerungen." Zu Jahresbeginn war die Erneuerbare-Energien-Umlage von 3,59 auf knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde geklettert. Zu den Gründen gehören die hohen Solarkosten und die Ausweitung von Rabatten für die Industrie bei den Förderkosten. Seit Jahresbeginn müssen die Verbraucher im Schnitt etwa zwölf Prozent mehr für Strom zahlen.

Förderung könnte Ende 2015 auslaufen 

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ist überzeugt, dass mit der Ende Juni beschlossenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) der Ausbau abgebremst werden kann. Bund und Länder hatten vereinbart, dass es ab einer installierten Leistung von 52.000 Megawatt keine Förderung mehr geben soll - zudem gibt es automatisch, monatliche Förderkürzungen bei bestimmten Zubauraten. Wegen des hohen Ausbautempos werden seit Jahresbeginn nur noch 17,02 Cent je Kilowattstunde für Dachanlagen gezahlt, Betreiber von Solarparks bekommen nur noch 11,78 Cent je Kilowattstunde. Bleibt das bisherige Tempo bestehen, könnte die Solarförderung schon Ende 2015 auslaufen.

Leistung von 23 Atomkraftwerken 

Derzeit sind bereits rund 32.400 Megawatt installiert. Bei voller Sonneneinstrahlung würde das theoretisch der Leistung von 23 großen Atomkraftwerken entsprechen. Allein für die Solaranlagen erwarten die Übertragungsnetzbetreiber Vergütungszahlungen für 2013 von rund zehn Milliarden Euro. Die Fotovoltaik deckt in Deutschland derzeit nach Angaben der Solarbranche rund fünf Prozent des Strombedarfs.

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Schlagworte zum Thema:  Solaranlage, Solarenergie, Solarförderung, Fotovoltaik

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