07.11.2012 | Fachverband Bitkom

München und Berlin sind die Hauptstädte der IT-Startups

Sechs von zehn Startups können sich am Markt halten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Vom Hinterhof zum Millionenkonzern - dieser Traum neuer IT-Firmen ist für die meisten unerreichbar. Eine Studie des Fachverbands Bitkom bescheinigt den meisten Startups jedoch solides Wirtschaften: Sechs von zehn Firmen der Branche sind nach fünf Jahren erfolgreich.

Neue Hightech-Firmen werden in Deutschland meistens in München und Berlin gegründet. Auf den nächsten Plätzen folgen das Rhein-Main-Gebiet, Hamburg und Stuttgart. Dies ergab eine Untersuchung des IT-Fachverbands Bitkom, die in Berlin vorgestellt wurde. Im vergangenen Jahr wurden in der Branche mehr als 8.000 neue Firmen gegründet, deutlich mehr als im Durchschnitt der Jahre seit 1995 mit rund 6.000 Gründungen.

700.000 Euro für die ersten vier Jahre 

In der Region der bayerischen Landeshauptstadt entfallen mehr als drei Gründungen (3,52) in der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK-Branche) auf 10.000 Einwohner. In Berlin sind es 2,67 - wobei hier der Schwerpunkt auf Internet- und E-Commerce-Firmen liegen dürfte. Die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen führen die Gründerstatistik nach Bundesländern an, vor Bayern und Hessen. Schlusslichter sind Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die östlichen Bundesländer seien aber bei der Hardware etwas stärker, sagte Kempf. Über die ersten vier Jahre hinweg benötigt ein erfolgreiches Startup insgesamt etwa 700.000 Euro, wobei das Gründungsjahr selbst mit 70.000 Euro noch am ehesten überschaubar ist. Dies unterscheide sich kaum von anderen Branchen, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf.

Durchschnittsalter 38 Jahre 

Das Durchschnittsalter von IT-Gründern ist mit 38 Jahren relativ hoch und widerspricht dem gängigen Klischee, dass Startups gleich nach dem Studium gegründet werden. Viele entschieden sich erst nach einer längeren Berufserfahrung und aus einem gesicherten Angestellten-Leben heraus für den Weg in die Selbstständigkeit, sagte Kempf. Die meisten Neugründungen sind der Studie zufolge erfolgreich: Sechs von zehn Startups können sich nach fünf Jahren am Markt durchsetzen.

Eigene Umsätze und Einlagen 

Banken spielen bei der Finanzierung mit einem Anteil von sechs Prozent im Gründungsjahr kaum eine Rolle, sagte Kempf. Diese seien wegen des hohen Risikos bei Startups zurückhaltend. Fast die Hälfte der Finanzierung (48 Prozent) stammt der Untersuchung zufolge aus eigenen Umsätzen, 35 Prozent aus Einlagen der Eigentümer. Weitere Quellen sind Beteiligungskapital (fünf Prozent), öffentliche Kredite und Zuschüsse (drei Prozent) sowie Verwandte und Freunde (ein Prozent). Bitkom-Präsident Kempf sprach sich dafür aus, IT-Neugründungen künftig verstärkt mit öffentlicher Forschungsförderung zu unterstützen. Die Untersuchung wurde in Auftrag des Bitkom vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erstellt.

Schlagworte zum Thema:  Startup, Gründer, Bitkom

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