21.12.2011 | Wirtschaft & Märkte

Mittelstand entwickelt weniger Marktneuheiten

Die Innovationsanstrengungen der mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren nachgelassen. Zwar gibt es nach Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise wieder etwas mehr Unternehmen, die innovativ sind, dennoch bringen die Unternehmen immer weniger echte Marktneuheiten hervor. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der KfW-Bankengruppe auf der Datenbasis des KfW-Mittelstandspanels aus der Zeitspanne der Jahre 2000 bis 2010.

Die Daten zeigen, dass sich die zurückliegende Finanz- und Wirtschaftskrise negativ auf die Innovationstätigkeit ausgewirkt hat. In ihrer Folge ist die Innovatorenquote, also der Anteil der Unternehmen, der in den zurückliegenden drei Jahren Innovationen eingeführt hat, von seinem Höchststand von 43 Prozent im Jahr 2006 um rund ein Drittel auf 29 Prozent im Jahr 2009 gesunken. Mit der konjunkturellen Erholung nach Überwindung der Krise stieg dieser Anteil zwar wiederum leicht auf 32 Prozent.

Anlass zur Sorge geben vor allem der kontinuierliche Rückgang bei der Entwicklung von Marktneuheiten und die starke Konzentration der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit auf das forschungsintensive verarbeitende Gewerbe wie dem Maschinenbau, der Chemie-/Pharmaindustrie, der Mess- und Regeltechnik sowie dem Automobilsektor.

Der Anteil der "echten Innovatoren", also derjenigen Unternehmen, die Produkte auf den Markt bringen, die noch von keinem Wettbewerber angeboten werden, hat sich seit einem Jahrzehnt von acht auf vier Prozent halbiert. Diese Entwicklung scheint sich fortzusetzen. Wenn Marktneuheiten entwickelt werden, dann überwiegend von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.

"Der Rückgang des Anteils der Mittelständler, die originäre Produktinnovationen auf den Markt bringen, ist mit Sorge zu betrachten, weil er sich unabhängig von der Konjunktur als struktureller Trend entwickelt. Dadurch und aufgrund des Rückzugs von immer mehr Unternehmen außerhalb des verarbeitenden Gewerbes aus eigener Forschungs- und Entwicklungstätigkeit drohen der Verlust des für die Sicherung des technologischen Vorsprungs wichtigen Know-hows und eine Schwächung der zukünftigen Innovationsfähigkeit der Unternehmen", kommentiert der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Dr. Norbert Irsch, die Ergebnisse der Studie.

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