01.02.2012 | Wirtschaft & Märkte

Land will örtliche Gewerbeausstellungen nicht mehr fördern

Der Finanz- und Wirtschaftsausschuss der Landesregierung Baden-Württemberg hat beschlossen, die örtlichen Gewerbeausstellungen und Leistungsschauen nicht mehr wie bisher mit 150.000 Euro im Jahr zu fördern. Das stößt auf harsche Kritik des Landesverbands des Bundes der Selbständigen (BDS).

„Die Streichung der Leistungsschauförderung ist eine klare Botschaft an die vielen kleineren und mittleren Betriebe im Land, dass sich die grün-rote Landesregierung nicht wirklich für deren Belange interessiert.“ Das sagte BDS-Präsident Günther Hieber anlässlich der Ablehnung im Finanz- und Wirtschaftsausschuss, Zuschüsse zu örtlichen Leistungsschauen im Volumen von 150.000 Euro wie in den Jahren zuvor einzustellen.

 

Starke Hebelwirkung

„Sie hat offensichtlich gar nicht verstanden, dass der dadurch erzeugte Hebel durch das ehrenamtliche Engagement um ein vielfaches größer ist als die eingesetzte Fördersumme. Wenn die Kommunen im Land mit Hilfe der Verwaltung und örtlicher Wirtschaftsförderer die gleiche Wirkung erzielen wollen, wird das um ein Vielfaches teurer.“

 

Schaufenster der Wirtschaftskraft

Aus Sicht des Dachverbandes der Handels- und Gewerbevereine gehört die Förderung von regionalen Gewerbeausstellungen, die die örtlichen Gewerbevereine mit großem ehrenamtlichem Engagement durchführen zu den bewährten Förderinstrumentarien, die es zu erhalten gilt. „Die örtlichen Leistungsschauen bilden ein Schaufenster der Gemeinde und der Leistungsfähigkeit der örtlichen Wirtschaft und fördern zudem die Kommunikation untereinander. Die zeitlich auf ein Wochenende begrenzten Messen sind besonders für Kleinbetriebe wichtig. Sie können sich regionale Ausstellungen längerer Dauer weder finanziell, noch zeitlich leisten. Die lokale Leistungsschau ist damit ein Beitrag zum regionalen Wirtschaften und vor allem eine Förderung des ländlichen Raums und kleinerer Gemeinden. Die bisherige Förderung hat dazu geführt, dass Gewerbevereine diese aufwändige Organisationsaufgabe solch wünschenswerter Veranstaltungen alle paar Jahre überhaupt angepackt haben“, so Hieber.

 

Förderung entlang strategischer Zukunfsfelder

Der Verband hatte in Gesprächen mit der Landesregierung auch vorgeschlagen, die Förderung entlang der strategischen Zukunftsfelder der Landesregierung - "nachhaltige Mobilität", "Umwelttechnologien und Erneuerbare Energien", "Gesundheit und Pflege" sowie "Informations- und Kommunikationstechnologien" – neu auszurichten.

 

Viele Leistungsscheuen werden ausfallen

Die bestehende Förderung hatte dazu geführt, dass viele örtliche Handels- und Gewerbevereine Leistungsschauen alle drei Jahre durchgeführt hatten. Der Verband erwartet nun, dass sich dieser Rhythmus verschiebt oder viele Vereine den Aufwand einer Leistungsschau gar nicht mehr auf sich nehmen.

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