18.09.2012 | Konjunkturprogrnose

Schuldenkrise bremst auch 2013 die Wirtschaft

Die Zeiten einer steigenden Auslastung der Produktionskapazitäten sind vorbei.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die europäische Schuldenkrise wird nach einer Expertenprognose das Wachstum in Deutschland bis ins nächste Jahr hinein deutlich bremsen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet für 2013 mit einem Plus von 0,7 Prozent nach einem Prozent in diesem Jahr.

Dabei werde angenommen, dass die Politik die Krise letztlich in den Griff bekomme und die Weltwirtschaft nicht abstürze, sagte IW-Direktor Michael Hüther in Berlin. Er geht von einem stabilen Arbeitsmarkt in Deutschland aus. Das heiße aber auch, dass die Arbeitslosigkeit von 6,5 Prozent nicht weiter sinken werde.

„Die Rezessionsgefahren haben sich angesichts der großen Verunsicherung über die Währungsunion deutlich erhöht“, stellte der Chef des arbeitgebernahen Instituts fest. Die Weltkonjunktur habe nach einer vorübergehenden Belebung bis ins Frühjahr zuletzt wieder an Schwung verloren. Die Lage im Euroraum bleibe fragil, und wichtige Schwellenländer meldeten ein schwächeres Wachstumstempo.

Für den IW-Direktor gibt es aber auch hoffnungsvolle Zeichen. In den EU-Krisenländern machten sich erste Reformfortschritte bemerkbar – „sei es bei der Senkung der Staatsausgaben oder bei der Flexibilisierung der Arbeitsmärkte“, sagte Hüther. Die USA würden sich weiter langsam aus dem Konjunkturtal herausarbeiten. Große Schwellenländer blieben trotz nachlassender Dynamik eine Stütze der Weltwirtschaft.

Das IW macht sich nach wie vor keine Sorgen um die Inflation. Es erwartet sogar einen Rückgang der Teuerungsrate von rund zwei Prozent in diesem Jahr auf 1,75 Prozent im kommenden Jahr.

Schlagworte zum Thema:  Konjunktur, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt

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