| Konjunktureinbruch

Durststrecke im deutschen Maschinenbau

Im deutschen Maschinenbau herrscht Verunsicherung.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Durststrecke im deutschen Maschinenbau hält an. Zwar geht es bei Umsatz und Produktion weiter aufwärts. Doch die Orderbücher leeren sich. Das trübt den Ausblick.

Die von der Schuldenkrise verunsicherten Unternehmen stellen ihre Investitionen in Maschinen und Anlagen zurück: Das hat den mittelständisch geprägten deutschen Maschinenbau im August erneut getroffen. Bei den Betrieben gingen real elf Prozent weniger Bestellungen ein als im Vorjahr, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt mitteilte. Damit lagen die Auftragseingänge zum zehnten Mal in Folge unter dem Niveau des Vorjahres.

Große Verunsicherung 

"Der August war für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ein verregneter Monat", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. "Das Inlandsgeschäft enttäuschte abermals, wir haben ein Minus von 18 Prozent wie schon im Juli. Das Ausland konnte diesen Rückgang dieses Mal nicht kompensieren, hier zeichnen wir ein Minus von sechs Prozent." Sowohl aus den Euro-Partnerländern (minus neun Prozent) als auch aus den Nicht-Euro-Ländern (minus fünf Prozent) seien weniger Bestellungen eingegangen - Wiechers sieht darin ein Indiz für die derzeit große Verunsicherung.

Zurückhaltende Kapazitätsplanung 

Die Maschinenbauer dürften nicht die einzige Branche sein, die die Investitionsflaute trifft. Denn aus Sicht der staatlichen Förderbank KfW ist die gute Investitionskonjunktur in Deutschland zu Ende: "Die globale Wachstumsschwäche kombiniert mit der Rezession in der Eurozone führen zu Zurückhaltung in der Kapazitätsplanung der Unternehmen", berichtete die Bankengruppe. Im zweiten Quartal hätten die Unternehmensinvestitionen stärker nachgegeben als erwartet, so dass sie 2012 um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen würden. KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner fürchtet: "Leider müssen wir für das kommende Winterhalbjahr mit einem weiteren Rückgang der Unternehmensinvestitionen rechnen." Eine langsame Erholung setze erst 2013 ein, nachdem die Weltwirtschaft ihr Tief durchschritten habe.

Auftragseingänge sollen wieder anziehen 

Der Maschinenbau setzt derweil auf einen Befreiungsschlag durch den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM und den angekündigten Kauf von Staatsanleihen notleidender Länder durch die Europäische Zentralbank (EZB). "Wir rechnen damit, dass die Auftragseingänge in den kommenden Monaten wieder anziehen, sobald ESM und EZB bei potenziellen Investoren wirken", sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Zunächst rechnet der VDMA aber mit schlechten Geschäften im vierten Quartal, auch das erste Quartal 2013 dürfe schwierig werden.

Schlagworte zum Thema:  Maschinenbau, Konjunktur, Eurokrise

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