12.09.2014 | Konjunktur

Ukraine-Konflikt bremst deutsches Wachstum

Mittelfristig rechnen Experten mit einem kräftigen Aufschwung.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wegen der Unsicherheiten angesichts des Ukraine-Konflikts mochten die Unternehmen in Deutschland im Sommer nicht so recht investieren. Das hat das Wachstum gebremst. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft erwartet mittelfristig dennoch einen kräftigen Aufschwung.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Wachstumsprognose gesenkt. Für das laufende Jahr rechnen die Forscher nun mit einem Plus von 1,4 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP), nachdem die Prognose im Juni noch 2,0 Prozent gelautet hatte. Für das kommende Jahr reduzierte sich die Vorhersage von 2,5 auf 1,9 Prozent Wachstum.

Mittelfristig kräftiger Aufschwung

Maßgeblich sei der überraschend schwache Verlauf im Sommerhalbjahr, heißt es in der am Donnerstag in Kiel veröffentlichten Analyse. Wegen des Konfliktes in der Ukraine hätten sich die Exporterwartungen abgeschwächt und die Unternehmen sich mit Investitionen zurückgehalten. "Trotz des aktuellen Gegenwindes für die Konjunktur bleibt es bei dem mittelfristigen Szenario eines sehr kräftigen Aufschwungs", schreiben die Wissenschaftler. Dafür sollen die sehr niedrigen Zinsen sorgen. "Es bestehen allerdings weiterhin erhebliche Konjunkturrisiken durch die geopolitische Lage und durch die Krise im Euroraum."

Mindestlohn bremst Erwerbsquote

Auf dem Arbeitsmarkt setzt sich der Beschäftigungsaufbau nach Einschätzung des IfW weiter fort. Die Zahl der Erwerbstätigen werde um rund 340.000 zunehmen, wegen der Zuwanderung allerdings bei kaum verringerter Arbeitslosenquote. "Ohne die Einführung des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes würde die Erwerbstätigkeit allerdings stärker zulegen und die Arbeitslosigkeit stärker abnehmen", heißt es in der Analyse. Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gebe auch den verfügbaren Einkommen einen Schub. Mit 1,2 Prozent in diesem und 1,8 Prozent im nächsten Jahr falle das Plus  beim privaten Konsum so hoch aus wie seit Jahren nicht mehr.

Stabilitätsrisiken könnten zunehmen

Mittelfristig könne die gute Konjunktur dazu führen, dass die Stabilitätsrisiken zunehmen, schreibt das IfW. Die Inflation könnte sich beschleunigen und die Vermögenspreise durch die extrem niedrigen Zinsen befeuert werden. Das berge den Keim eines Rückschlags in sich.

Schlagworte zum Thema:  Wirtschaftswachstum, Konjunktur

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