14.03.2016 | Konjunktur

Gegenwind für Deutschlands Exporteure

Vor allem die Konjunktur in China - einem wichtigen Markt für Produkte "Made in Germany" - schwächelt.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die erfolgsverwöhnten deutschen Exportunternehmen bekommen die Probleme der Weltwirtschaft zu spüren. Schwache Geschäfte außerhalb der Europäischen Union verhageln ihnen den Start ins Jahr 2016.

Dämpfer für Deutschlands Exportwirtschaft zum Jahresauftakt: Die Ausfuhren sind im Januar sowohl zum Vorjahresmonat als auch zum Dezember 2015 gesunken, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Insgesamt wurden nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde Waren im Wert von 88,7 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Das waren 1,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Einfuhren erhöhten sich um 1,5 Prozent auf 75,2 Milliarden Euro. Schwach entwickelte sich vor allem der Außenhandel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union. Im Vergleich zu Dezember lagen die Exporte um 0,5 Prozent niedriger. Das ist der zweite Rückgang in Folge. Binnen Jahresfrist sanken die Ausfuhren in diese Staaten um 5,0 Prozent.

China-Krise schlägt auf den Maschinenbau durch

Der Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) sprach von einem ernüchternden Jahresauftakt. "Obwohl sich die Ausfuhren zuletzt mit immer neuen Höchstwerten von den vielen Krisenherden weltweit unbeeindruckt gezeigt hatten, ist der Export kein Selbstläufer", sagte BGA-Präsident Anton Börner. In den vergangenen Monaten hätten die Ausfuhren Rückenwind von dem niedrigen Eurokurs bekommen. "Dieser Effekt scheint nun erwartungsgemäß zu verpuffen und die Probleme der Weltwirtschaft treten zutage", sagte Börner. Vor allem die Konjunktur in China - einem wichtigen Markt für Produkte "Made in Germany" - schwächelt. Das bekommen unter anderem Maschinenbauer und Autohersteller zu spüren. Im vergangenen Jahr hatten Deutschlands Exporteure beflügelt vom schwachen Euro noch alle Rekorde gebrochen. Waren im Gesamtwert von 1.195,8 Milliarden Euro gingen ins Ausland. Die Bestmarke aus dem Vorjahr wurde um 6,4 Prozent übertroffen. Der BGA hatte sich trotz aller Unsicherheiten zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass die Rekordjagd in diesem Jahr weitergehen wird. Erwartet wird demnach ein Exportplus von 4,5 Prozent und einen Importzuwachs von 4 Prozent.

IfW sieht trotzdem robuste Konjunktur

Auch das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Konjunkturprognose für Deutschland wegen schwächerer Exporte etwas zurückgenommen, bleibt aber dennoch optimistisch für das Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll im laufenden Jahr um 2,0 Prozent statt wie bislang erwartet um 2,2 Prozent zulegen, wie das IfW in Kiel mitteilte. Für 2017 reduzierte das Institut die Zuwachsrate von 2,3 auf 2,2 Prozent. Ein Grund für die Korrekturen sei vor allem ein Exportrückgang im Winter aufgrund der Schwäche in Abnehmerländern. "Dennoch wird die konjunkturelle Dynamik in Deutschland hoch bleiben", hielten die Konjunkturforscher fest. Das schwierigere außenwirtschaftliche Umfeld sei geprägt durch die Schwäche Chinas, den Einbruch der Ölpreise, den Streit zwischen den EU-Partnern in der Flüchtlingskrise und von Sorgen um die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft. Die deutsche Konjunktur zeige sich in diesem Umfeld robust, resümierten die IfW-Ökonomen. Der private Konsum werde im gesamten Prognosezeitraum angesichts steigender Einkommen so stark zulegen wie seit 15 Jahren nicht mehr.

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Schlagworte zum Thema:  Konjunktur, Export

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