| Konjunktur

Firmenpleiten auf niedrigstem Stand seit 19 Jahren

Immer weniger Firmen müssen Insolvenz anmelden.
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Der Kreditversicherer Euler Hermes wirft einen positiver Blick in die Zukunft: Im Jahr 2014 prognostiziert er einen seit vielen Jahren nicht mehr erreichten Tiefstand bei den Unternehmensinsolvenzen. Auch die Zahlungsmoral dürfte deutlich besser werden.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland soll nach einer Prognose des Kreditversicherers Euler Hermes im kommenden Jahr auf den tiefsten Stand seit 19 Jahren sinken. "Im Gefolge einer robusten Konjunktur rechnen wir mit einer weiteren Abnahme um sechs Prozent auf 25.000  Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2014", sagte Euler-Hermes-Chefvolkswirt Romeo Grill im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Weniger Firmenzusammenbrüche hatte es in Deutschland zuletzt im Jahr 1995 mit damals 22.344 Fällen gegeben.

Mittelständler sammeln mehr Eigenkapital

Dank verbesserter Konjunkturaussichten und einer solideren Finanzausstattung vieler Unternehmen werden auch Rechnungen in Deutschland wieder pünktlicher beglichen. "Das Geld ist da - es wird besser bezahlt", sagte Michael Bretz von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. "Es deutet alles auf eine weitere Verbesserung der Zahlungsmoral hin", so der Experte.  Bei einer im Herbst dieses Jahres vorgestellten Creditreform-Umfrage hatten 83,2 Prozent der 4.000 teilnehmenden Unternehmen angegeben, dass Rechnungen spätestens nach 30 Tagen bezahlt würden. Im Vorjahr hatte der Wert bei 79 Prozent gelegen.  Viele Unternehmen hätten Lehren aus der Finanzkrise gezogen und seien nun finanziell deutlich besser ausgestattet, so der Experte. "Der Finanz-Schock hat dafür gesorgt, dass nun auch mittelständische Unternehmen Eigenkapital ansammeln", sagte Bretz. Experten gingen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetze.

Spektakuläre Großinsolvenzen blieben aus

Auch bei den Unternehmenszusammenbrüchen hatte sich bereits im zu Ende gehenden Jahr mit einem Minus von sechs Prozent auf rund 26.500 ein deutlicher Rückgang abgezeichnet, so Grill. Bei der Zahl der von einer Insolvenz betroffenen Beschäftigten rechnet er im kommenden Jahr mit einem deutlichen Rückgang um etwa zehn Prozent. Für das Jahr 2013 geht der Experte noch von rund 150.000 Betroffenen aus, nach knapp 183.500 betroffenen Mitarbeitern im Jahr 2012.  Hauptbetroffene der Firmeninsolvenzen seien im Jahr 2013 vor allem kleine und mittlere Unternehmen gewesen. Spektakuläre Großinsolvenzen seien dagegen eher die Ausnahme gewesen. Im laufenden Jahr stehen nach Einschätzung von Euler Hermes weiterhin Spediteure, die Druckindustrie und das Baugewerbe an der Spitze der Liste der insolvenzgefährdeten Branchen.  In der gesamten deutschen Wirtschaft lag die Insolvenzquote nach der Prognose im Jahr 2013 bei 0,82 Prozent. Für 2014  geht Euler Hermes von einem leichten Rückgang der Quote auf 0,78 Prozent aus.

Schlagworte zum Thema:  Insolvenz, Zahlungsmoral, Liquidität

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