22.02.2013 | KKH

Betrug im Gesundheitssystem kostet Millionen

Nicht alle Ärzte rechnen sauber ab.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hat bei eigenen Ermittlungen im vergangenen Jahr massive Schäden durch Betrug im Gesundheitssystem aufgedeckt.

Nach Angaben von Vorstandschef Ingo Kailuweit beliefen sich die entsprechenden Rückforderungen an Ärzte, Apotheker oder Physiotherapeuten in 629 neu registrierten Fällen auf bundesweit 1,6 Millionen Euro. Insgesamt standen 2012 etwa 1.400 Prüfungen an. Die Dunkelziffer bei der Zahl der Betrugsfälle sei aber wohl noch weit höher, sagte KKH-Chefermittlerin Dina Michels in Hannover. Die KKH hat rund 1,8 Millionen Mitglieder. Rechne man die selbst festgestellten Betrugsfälle auf das ganze Gesundheitswesen hoch, sei das geschätzte Ausmaß noch größer, erklärte Kailuweit: "Das könnten mehrere hundert Millionen Euro sein."

Strafrechtliche Hebel schaffen 

Kailuweit forderte konkrete und empfindliche Strafen für Mediziner oder Dienstleister, denen Korruption nachgewiesen werden kann: "Wir brauchen eine deutliche Abschreckung." Nach dem umstrittenen Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zur Bestechlichkeit bei niedergelassenen Ärzten im vorigen Jahr müssten strafrechtliche Hebel geschaffen werden. Dazu sollten Bußgelder, aber auch Vertragsverbote mit der geschädigten Krankenkasse gehören, schlug der KKH-Chef vor. "Das muss ein mögliches Mittel sein." Der BGH habe Ärzte mit eigener Praxis in seiner Entscheidung nach geltendem Recht faktisch straffrei gestellt.

Schlagworte zum Thema:  Betrug, Rückforderung, Arzt, Ärzte, Apotheke, Krankenkasse

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