25.11.2011 | Wirtschaft & Märkte

KfW: Dem Aufschwung geht die Puste aus

Der deutsche Konjunkturaufschwung der vergangenen zwei Jahre erlebt nach einem guten dritten Quartal seinen Schlusspunkt. Zu dieser Einschätzung kommt die KfW Bankengruppe in ihrem jüngsten Konjunkturkompass. Nach einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen Juli und September von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwartet die staatliche Förderbank ein schwaches Winterhalbjahr.

Dem KfW-Konjunkturkompass zufolge ist in den letzten drei Monaten 2011 bei der Wirtschaftsleistung mit einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu rechnen, im Jahr 2012 erwartet die  KfW ein Wachstumsplus von einem Prozent (Prognose 2011: drei Prozent).

Für das schwache Wachstum macht die KfW die starke Verunsicherung wegen der sich weiter zuspitzenden Eurokrise verantwortlich. Aber auch handfeste realwirtschaftliche Faktoren wie die weltweite Verlangsamung des Wachstums sowie die notwendigen fiskalischen Konsolidierungsanstrengungen insbesondere in der Eurozone signalisierten ein Ende des Aufschwungs.

"Nach zwei sehr starken Jahren steht das deutsche Wirtschaftswachstum vor einem deutlichen Rückschlag", sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Wie es im Jahr 2012 weitergehe, hänge entscheidend davon ab, ob in einem überschaubaren Zeitrahmen ein glaubwürdiger Ansatz zur Überwindung der Eurokrise gefunden werde, sodass sich die Unsicherheit wenigstens zum Teil auflöse und wieder mehr Zukunftsvertrauen einkehren könne. Unter diesen Bedingungen könnten Deutschlands fortbestehende Stärken - wettbewerbsfähige Unternehmen mit einer global interessanten Angebotspalette hochwertiger Kapitalgüter, robuster Arbeitsmarkt, vergleichsweise solide Staatsfinanzen - wieder vermehrt zum Tragen kommen und die temporäre Wachstumsschwäche im Verlauf von 2012 überwunden werden.

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