| Wirtschaft & Märkte

IZA-Studie: Potenzial ausgebildeter Mütter nutzen

Demografischer Wandel, weniger Nachwuchs und Fachkräftemangel – in den kommenden Jahren sind deutsche Unternehmen auf das schlummernde Potenzial ausgebildeter Mütter angewiesen. Viele Frauen absolvieren eine Ausbildung oder ein Studium. Doch während der Familienphase steigen sie mehr oder weniger lange aus dem Berufsleben aus. Eine bessere Ganztagesbetreuung von Kindern könnte das verhindern.

Ganztagesbetreuung von Schulkindern

In den letzten Jahren wurden verstärkt Betreuungsangebote für Kleinkinder ausgeweitet. Die Ganztagesbetreuung von Schulkindern ist dagegen vielerorts noch lückenhaft. Schwierigkeiten bereiten Familien auch immer wieder fehlende Betreuungsangebote während der Schulferien.

 

Potentiale nutzen

Das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) und die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg haben im Auftrag des Familienministeriums untersucht, wie viele Mütter von Schulkindern arbeiten gehen könnten, wenn die Kinder betreut wären. Die Zahlen liegen zwischen 350.000 und 460.000. Außerdem, so eine Aussage der Studie, könnten bereits erwerbstätige Mütter ihre Arbeitszeiten verlängern. Die Studie belegt unter anderem, dass eine ganztägige Betreuung vor allem von Grundschulkindern ein wichtiger Baustein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist.

 

Finanzierungskonzept

Doch wer soll die Kosten für mehr Betreuungsangebote tragen? Auch dafür haben die Experten eine Antwort: Die laufenden Kosten ließen sich fast vollständig durch die Mehreinnahmen bei den Einkommensteuern decken.

 

Vorteile für Frauen

Gingen mehr Frauen arbeiten, würde das die Sozialkassen entlasten. Aber auch die Frauen würden längerfristig davon profitieren etwa durch

  • bessere Chancen beim beruflichen Wiedereinstieg,
  • die Möglichkeit der Erwerbstätigkeit als Alleinerziehende,
  • durchgängige Erwerbsverläufe sowie
  • bessere Karriere- und Einkommensmöglichkeiten.

Den IZA Research Report No. 37, Schulergänzende Betreuung für Kinder: Status Quo und Beschäftigungswirkung, können Sie auf der Internetseite des Forschungsinstituts herunterladen unter http://www.iza.org/de/webcontent/index_html.

Aktuell

Meistgelesen