01.06.2016 | Studie

Internet-Konkurrenz macht Autohändlern schwer zu schaffen

Immer mehr Autohändler werfen in Deutschland wegen der Internet-Konkurrenz und des allgemein hohen Preisdrucks das Handtuch.
Bild: Michael Bamberger

Immer mehr Autohändler werfen in Deutschland wegen der Internet-Konkurrenz und des allgemein hohen Preisdrucks das Handtuch. Die Zahl der selbstständigen Autohäuser hierzulande sei 2015 um 400 auf 7400 gesunken, heißt es in einer Studie des Nürtinger Instituts für Automobilwirtschaft (IFA).

Im Jahr 2000 waren es mit 18.000 noch mehr als doppelt so viele. Ein weiterer Grund für den Trend sei, dass der Automarkt in Deutschland weitgehend gesättigt sei - dass also nur noch wenig Potenzial da ist für bessere Autoverkäufe. Vor allem kleine Autohändler geben auf. Dagegen steigt die Bedeutung von Branchengrößen wie etwa der Stuttgarter Emil-Frey-Gruppe mit einem Umsatz von zuletzt 1,77 Milliarden Euro Jahresumsatz oder der Augsburger Avag-Holding mit 1,57 Milliarden Euro Jahresumsatz. Aus Sicht vom IFA-Chef Willi Diez bietet der Konzentrationsprozess Vor- und Nachteile für den Verbraucher. "Das ist wie früher mit den Tante-Emma-Läden", sagt er. Diese seien zwar klein gewesen, aber praktisch um die Ecke. "Inzwischen fahren viele Verbraucher zum Einkauf in den großen Supermarkt in städtischen Randlagen - der ist zwar weiter weg, aber die Auswahl ist größer."

Mega-Dealer werden den Markt beherrschen

Der Trend wird sich dem Professor zufolge verstärken, 2020 werden es in Deutschland nach seiner Einschätzung noch etwa 4.500 Autohändler sein.

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Damit glichen sich die Strukturen der Autohandelsbranche immer stärker an den klassischen Einzelhandel an, der beispielsweise von Supermarkt-Riesen wie Rewe, Edeka, Aldi und Lidl dominiert wird. Das Kraftfahrzeugsgewerbe in Deutschland beschäftigte den Angaben zufolge Ende des vergangenen Jahres 460.800 Menschen und damit 1.200 weniger als ein Jahr zuvor. Als einen Grund für den Rückgang nennen die Ifa-Autoren besagten Konzentrationsprozess bei den Autohäusern.

Verkaufsgeschäft zu wenig lukrativ

Bei den in der Studie analysierten Autohäusern geht es um Firmen, die rechtlich selbstständig sind, aber mit den Herstellern eng zusammenarbeiten. Die deutschen Autokonzerne selbst sind beim Autohandel wenig vertreten. So baute Daimler das Netz seiner eigenen Niederlassungen deutlich ab, von 158 herstellereigenen Standorten wurden 63 verkauft. Das reine Verkaufsgeschäft ist aus Sicht der Autobauer wenig lukrativ, es zählt zudem nicht zur Kernkompetenz der Konzerne.

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Schlagworte zum Thema:  Automotive, Autoindustrie, Auto, Autohändler

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