23.08.2013 | Insolvenz

"Praktiker" wurde zu Tode beraten

Bei Praktiker gaben sich die Berater die Klinke in die Hand.
Bild: Praktiker

Die insolvente Baumarktkette Praktiker hat seit 2011 nach Recherchen des Wirtschaftsmagazins "Capital" mehr als 80 Millionen Euro für diverse Beratungsleistungen ausgegeben.

In den Jahren 2011 und 2012 seien rund 70 Millionen Euro für Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Finanzdienstleistungen angefallen, im ersten Halbjahr 2013 kam ein zweistelliger Millionenbetrag hinzu, heißt es in dem Magazin. Das gehe aus internen Dokumenten hervor, die "Capital" vorliege. Zu den größten Profiteuren gehörten die Wirtschaftskanzlei Freshfields sowie die Unternehmensberatungen Roland Berger, Boston Consulting Group und McKinsey.

Aktionärin: "Aufsichtsrat wollte seinen Arsch retten" 

Die frühere Praktiker-Großaktionärin Isabella de Krassny griff die früheren Vorstände und Aufsichtsräte des Konzerns scharf an. "Diesem Aufsichtsrat ist es zwei Jahre nur darum gegangen, seinen Arsch zu retten", sagte sie der Zeitschrift. "Es gibt keinen Berater, den wir nicht hatten. Es ist unfassbar." Ihren persönlichen Verlust durch das Engagement bei Praktiker bezifferte de Krassny auf rund 15 Millionen Euro. Das Unternehmen wollte zu dem Bericht keinen Kommentar abgeben.

Schlagworte zum Thema:  Baumarkt, Insolvenz, Unternehmensberatung

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