Wer international mithalten will, beschäftigt sich intensiv mit Datenanalyse und -nutzung. Bild: Corbis

Die Weltrangliste der innovativsten Unternehmen dominieren US-Konzerne. Im Ranking der Boston Consulting Group büßen deutsche Unternehmen Plätze ein. Lediglich Siemens kann sich behaupten, erreicht aber nur Platz 21. Die Studie zeigt auch, was die Top-Player besser machen.

1.000 Top-Manager haben die Berater der Boston Consulting Group (BCG) für die Studie „The Most Innovative Companies 2018 – Innovators go all in on Digital“ befragt. Mit den Ergebnissen dürfte die deutsche Wirtschaft kaum zufrieden sein. Die Befragten weltweit halten hiesige Unternehmen im Schnitt für weniger innovativ als im vergangenen Jahr. Viele einheimische Player schätzen sich offenbar falsch ein.

Die meisten deutschen Konzerne müssen an Plätzen einbüßen, einzige Aufsteiger sind Siemens auf Platz 21 und die Allianz. Immerhin um 24 konnte sich der Technologiekonzern im Vergleich zum Vorjahresranking verbessern, das Versicherungsunternehmen kletterte um drei Plätze auf Rang 30.

An den US-Unternehmen kommt auch in diesem Jahr niemand vorbei: Apple und Google behaupten wie schon im Vorjahr die ersten beiden Plätze. Es folgen Microsoft und Amazon, Samsung, Tesla und Facebook. Komplettiert werden die Top 10 mit IBM, Uber und Alibaba.

Innovative Unternehmen setzen auf Daten statt Produkte

Sieben der zehn besten sind damit digitale Spieler. Ging es früher um Produkte, stehen heute Daten und Technologie im Fokus der Unternehmen, sagt BCG-Deutschland-Chef Carsten Kratz. Erfolgreiche Unternehmen seien in der Lage, die Daten, die ihnen zur Verfügung stehen, gut zu analysieren und zu nutzen. So hätten die zehn besten Firmen gemeinsam, dass sie das Potenzial von Data Analytics frühzeitig erkannt haben.

Deutsche Unternehmen können da offenbar international nicht mithalten. Im Gegenteil: Sie rutschen ab. Waren 2017 noch vier deutsche Unternehmen (Bayer, BMW, Daimler und BASF) unter den Top 20, erreicht nun Siemens mit Rang 21 die beste deutsche Platzierung. BASF verliert drei Plätze (Platz 23), Bayer sogar 16 (Platz 27). Unter den deutschen Automobilherstellern verliert Daimler im Ranking 17 Plätze und BMW liegt auf Rang 36 (zuvor 14).

Die Besten nutzen neue Technologien

Wie die Studie zeigt, konzentrieren sich die Top 50 besonders auf den schnellen Einsatz neuer Technologien, auf mobile Produkte und Services sowie digitale Produktentwicklung. Am stärksten setzen sie jedoch auf Big-Data-Analyse. Vor allem Firmen aus dem Energie-, Medien-, Unterhaltungs- und Finanzsektor geben in der Befragung an, Strategien zur umfangreichen Datenanalyse zu verfolgen.

Um in einer digitalen Welt erfolgreich zu sein, brauche es eine Veränderung der Unternehmensorganisation, sagt Studienautor und BCG-Partner Florian Grassl. Flache Hierarchien und eine offene Innovationskultur führten zu mehr Kreativität und einer schnelleren Anpassung an einen sich ständig wandelnden Markt.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Digital Leadership, Unternehmen, CRM

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