Ungeachtet internationaler Unsicherheiten rechnet das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) für dieses Jahr nach wie vor mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung in Deutschland um 1,9 Prozent.

Auch für 2017 erwarten die Kieler Ökonomen wie vor drei Monaten unverändert eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,7 Prozent, teilte das Institut mit. Treibende Kräfte für die Wirtschaft blieben Bauinvestitionen und der Konsum, auch wenn ein Anstieg der Inflationsrate bis 2018 auf nahezu zwei Prozent die Kaufkraft etwas schmälere. "Nach der Schwäche im dritten Quartal, in dem die Wirtschaftsleistung nur um 0,2 Prozent zulegte, deuten die Frühindikatoren darauf hin, dass die Konjunktur zum Jahresende wieder deutlich an Fahrt gewinnt", sagte der Leiter des IfW-Prognosezentrums, Stefan Kooths. "Die langfristigen Auswirkungen der Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten und des Verfassungs-Referendums in Italien sind derzeit nur schwer absehbar, kurzfristig dürften die Folgen gering bleiben."

Ölpreis dürfte niedrig bleiben

Die Haushaltsüberschüsse blieben hoch und die Exporte legten wieder zu, stellte das IfW weiter fest. Die Weltwirtschaft habe die konjunkturelle Talsohle durchschritten und der Ölpreis dürfte niedrig bleiben. Die deutsche Bauwirtschaft operiere weiterhin an der Kapazitätsgrenze. Die Auftragsbestände seien dort zuletzt so hoch gewesen wie seit 16 Jahren nicht mehr. Die Kieler Forscher rechnen mit einem Anziehen der Konjunktur in den Vereinigten Staaten, einer anhaltenden Erholung im Euroraum und verbesserten Aussichten für die Schwellenländer.

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 Arbeitslosenquote soll unter 6 % fallen

Der Beschäftigungsanstieg in Deutschland habe sich zuletzt stark verlangsamt, aber die Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt blieben günstig, analysierte das Institut. Der Beschäftigungsaufbau werde 2017 und 2018 klar aufwärtsgerichtet bleiben, die Arbeitslosenquote unter sechs Prozent fallen. Nach einer aktuellen Schätzung soll bis Ende 2018 die Zahl der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Flüchtlinge von derzeit rund 500.000 auf 800.000 steigen. Ein Viertel davon werde demnach arbeitslos gemeldet sein und ein weiteres Viertel in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Etwa 400.000 Flüchtlinge würden beschäftigt sein.

Verbraucherpreise werden stärker steigen

Die konjunkturelle Dynamik wird laut IfW auch die Verbraucherpreise stärker steigen lassen. Die Forscher rechnen damit, dass die Inflationsrate im Verlauf der nächsten zwei Jahre auf 1,8 Prozent anzieht. Von einem dauerhaften Anstieg der Ölpreise durch die jüngst beschlossene Drosselung der Fördermenge gehen sie dagegen nicht aus.

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