25.05.2012 | Ifo-Geschäftsklima

Euro-Krise verunsichert deutsche Wirtschaft

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Die deutsche Wirtschaft ist nach einem starken Jahresauftakt nun doch überraschend stark in den Sog der Euro-Schuldenkrise geraten. Im Mai hat sich das Ifo-Geschäftsklima das erste Mal seit einem halben Jahr und zudem deutlich eingetrübt.

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer fiel im Mai von 109,9 Punkten im Vormonat auf 106,9 Zähler und rutschte damit deutlich stärker ab als Experten erwartet hatten. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel auf den niedrigsten Wert seit November 2011. Der aktuelle Rückgang ist der stärkste seit August 2011. Schon damals sorgte eine Zuspitzung der Griechenlandkrise für eine ähnlich starke Eintrübung der Stimmung in den deutschen Unternehmen. Es trübten sich sowohl Erwartungshaltung als auch die Lagebeurteilung spürbar ein. 

Die Geschäftserwartungen fielen den Angaben zufolge von 102,7 Punkten im Vormonat auf 100,9 Zähler. Die Lagebeurteilung rutschte von 117,5 Punkte auf 113,3 Punkte. "Die Geschäftslage befindet sich aber immer noch oberhalb des langfristigen Durchschnitts", sagte der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. Die zukünftige Entwicklung werde von den Unternehmen hingegen pessimistischer beurteilt. 

"Insbesondere im Einzelhandel ist die aktuelle Lageeinschätzung eingebrochen", kommentierte Sinn weiter. Im Großhandel sei der Rückgang hingegen vergleichsweise gering ausgefallen. Einen Rückgang habe es auch im Bauhauptgewerbe gegeben. Mit Blick auf die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten "halten sich positive und negative Erwartungen in etwa die Waage", sagte Sinn weiter.

Schlagworte zum Thema:  Ifo-Geschäftsklima, Konjunktur, Konjunkturpaket

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