07.09.2015 | Hanse Ventures

Die Startup-Starter

Hanse Ventures ist ein Unternehmen, das Startups auf den Weg bringt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Sie gelten als Ideenschmieden der digitalen Wirtschaft: Startups. In Hamburg ist Hanse Ventures ein Unternehmen, das solche Firmen auf den Weg bringt - und mit Geld und anderen Ressourcen unterstützt.

Der Hamburger Startup-Gründer Hanse Ventures hat in diesem Jahr bisher zwei weitere Internet-Firmen an den Start gebracht. "Wir sind sehr zuversichtlich, bis Jahresende noch ein weiteres Unternehmen zu gründen", sagte Tobias Seikel, Partner bei Hanse Ventures, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Seit fünf Jahren entwickelt Hanse Ventures neue Firmen für die digitale Wirtschaft, das Portfolio umfasst derzeit elf Startups. Das Unternehmen, das sich selbst als institutioneller Co-Gründer bezeichnet, hat mit weiteren Kapitalgebern bisher rund 60 Millionen Euro für die Neugründungen eingesammelt, die meist über Online- oder Mobile-Portale ihre Dienstleistungen anbieten. So kamen im Jahr 2015 eine Plattform, die rein datenbasiert Patienten und Kliniken zusammenbringt (KlinikumPlus), sowie ein Online-Portal (Vitraum) hinzu, das im Baugewerbe Verbraucher beraten und unterstützen soll.

Das erste Ziel ist nicht Gewinn 

"Wir suchen uns eine attraktive Nische, die im besten Fall kaum Wettbewerb hat, gleichzeitig aber viel Potenzial. Und hier versuchen wir, einen Marktführer aufzubauen", sagte Seikel. "Daher ist auch nicht unbedingt das erste Ziel, Gewinne zu erwirtschaften, sondern zunächst auf Wachstum zu setzen, potenzielle Wettbewerber aus dem Markt fernzuhalten und stabil von der Spitze aus das Geschäft auszubauen." Als ein Beispiel hierfür nennt Seikel Pflege.de, das von Hanse Ventures gegründete Beratungs-,  Informations- und Vermittlungsportal zu Themen rund um die Altenpflege und -betreuung. Ziel sei, die eigenen Firmenanteile zu gegebener Zeit gewinnbringend zu verkaufen. Hierbei geht Hanse Ventures von einer Verkaufsreife nach vier bis acht Jahren aus. "Wir sind nicht gehetzt. Wir wollen vernünftige Unternehmen aufbauen und keine Gerippe, die in sich zusammenfallen, sobald wir uns zurückziehen." Unter den weiteren Startups sind auch ein Immobilienportal (talocasa) und ein Gutschein-Portal (Panna Cotta Voucher Group). "Von fünf Startups sollen mindestens drei beim Anteilsverkauf Gewinne abwerfen. Auf dieser Quote fahren wir derzeit", berichtete Seikel.

Nicht nur finanzielle Unterstützung

Hanse Ventures unterstützt seine Newcomer - meist selbst gewählte, kleine Gründer-Teams - nicht nur finanziell, sondern auch mit rund 30 Mitarbeitern unter anderem aus den Bereichen Produktmanagement, Online-Marketing, IT und Web-Design. "Das sind alles Disziplinen, die wir als Pflicht ansehen für eine erfolgreiche Online- oder Mobile-Gründung", erläuterte Seikel. "Wegen der Komplexität konzentrieren wir uns dabei jährlich auf eine überschaubare Zahl von Gründungen." Am Firmensitz in der Hafen-City hat sich Hanse Ventures über mehrere Etagen ausgebreitet und bietet dort den Startups zunächst Platz. "Das fördert den häufigen, schnellen Austausch und erleichtert den Wissenstransfer", erläuterte Seikel. Die Gründerteams erhalten den Angaben zufolge über ihre individuell verhandelten Geschäftsführerverträge analog zu allen Mitarbeitern ein monatliches Gehalt, das natürlich über dem Mindestlohn liege, berichtete Seikel. Die digitale Branche sieht der Manager in Hamburg prinzipiell gut aufgestellt. Allerdings: «Es gibt in der Hansestadt viel Geld und es wäre klasse, wenn man dieses Geld für die Digitalbranche noch besser erschließen könnte.» Mit stärkerer Unterstützung könnten Start-ups auch für internationale Investoren attraktiver werden, meinte der Manager.

>> Das könnte Sie auch interessieren:

Schlagworte zum Thema:  Venture Capital, Startup

Aktuell

Meistgelesen