| Standortbestimmung

Hannover Messe im Zeichen vernetzter Produktion

Die diesjährige Hannover Messe findet vom 7. bis 11. April statt.
Bild: Hannover Messe

Die Hannover Messe soll in diesem Jahr eine Standortbestimmung auf dem Weg in eine zunehmend vernetzte Industrie- und Energiebranche werden. Dank anziehender Konjunktur zeichnet sich bereits eine hohe Ausstellerzahl ab.

Die Hannover Messe wird in diesem Jahr aus Sicht der Organisatoren zur wichtigen Standortbestimmung auf dem Weg in eine zunehmend vernetzte Industrie- und Energiebranche werden. "Der Strukturwandel in den Energiesystemen war nie so groß wie 2014", sagte Messe-Vorstandsmitglied Jochen Köckler in Berlin. Das wachsende Interesse an einer aufeinander abgestimmten und vernetzten Produktion werde die weltgrößte Industriemesse (7. bis 11. April) prägen.

Mehr Aussteller als im Vorjahr

Die Zahl der angemeldeten Aussteller übersteige bereits die Vergleichszahl aus dem Vorjahr, hieß es. 2012 besuchten 4.872 Aussteller aus 69 Ländern die Messe. Hauptthemen in diesem Jahr werden Automation, Energie, Forschung und Entwicklung sowie Zulieferung sein. Die Voraussetzungen sind dank positiver Erwartungen der Branche günstig: Der Branchenverband VDMA geht dank wieder anziehender Exporte für 2014 von einem Wachstum in Höhe von real drei Prozent aus. In Europa gebe es Nachholbedarf beim Straßen-, Brücken- oder Anlagenbau.

Internet löst "vierte industrielle Revolution" aus

Die klassische industrielle Automatisierung wird durch kürzere Lebenszyklen der Produkte immer anspruchsvoller und komplexer, sagte der Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsautomatisierung an der TU Kaiserslautern, Detlef Zühlke, bei der Vorstellung der Messe-Schwerpunkte. Es gebe einen klaren Trend von Unternehmen, aus Billiglohnländern in Heimatländer zurückzukehren. Voraussetzung seien aber schnellere und individuell angepasstere Produktionsmethoden. "Wir werden smarte Maschinen brauchen, die sich selbst organisieren können", sagte der Leiter des Forschungsbereichs Innovative Fabriksysteme am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Die Arbeitsplätze der Zukunft setzten damit aber auch höher qualifizierte Arbeitskräfte voraus. "Wir stehen vor der vierten industriellen Revolution, die ausgelöst wird durch das Internet", sagte Zühlke: "Wir sind die Leitentwickler in Deutschland." Die ersten "smarten" Anlagenteile in den Fabriken erwartet er jedoch frühestens in fünf Jahren. Mit Blick auf die technologischen wie auch finanziellen Voraussetzungen für die Fabrik der Zukunft erklärte er: "Ich bin überzeugt, wir kriegen das hin -im Moment stehen die Zeichen sehr gut."

Niederlande Partnerland der Hannover Messe

Die Niederlande, die zu den wichtigsten Abnehmern und Lieferanten der deutschen Industrie zählen, sind - wie schon im Jahr 1999 - Partnerland der diesjährigen Hannover Messe. Sie werden etwa 200 Aussteller entsenden - im Vorjahr waren es noch 120. Der bilaterale niederländische Handel mit Deutschland - gerade auch im Maschinen- und Anlagenbau und der Elektrotechnik - beläuft sich nach Angaben der niederländischen Botschafterin Monique van Daalen auf jährlich rund 160 Milliarden Euro. Zur Hannover Messe kamen im Vergleichsjahr 2012 rund 185.000 Besucher aus dem In- und Ausland. "Wir sind optimistisch, dass wir diesmal drüber liegen werden", sagte Messe-Vorstandsmitglied Köckler bei der Präsentation.

Schlagworte zum Thema:  Vernetzung, Produktion, Hannover Messe

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