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Generationswechsel bei Fischer Dübel gescheitert

Der Generationswechsel beim Dübel-Hersteller Fischer im Schwarzwaldstädtchen Waldachtal ist vorerst gescheitert. Der Eigentümer Klaus Fischer übernahm nach Angaben vom Dienstag "mit sofortiger Wirkung" wieder die Leitung des Unternehmens von seinem Sohn Jörg.

"Wir haben in den vergangenen Wochen feststellen müssen, dass unsere Vorstellungen im Hinblick auf Ausrichtung und Führung des Unternehmens gravierend unterschiedlich sind", begründete Klaus Fischer den Schritt. Die Trennung sei einvernehmlich erfolgt; sein Sohn habe die Firma auf eigenen Wunsch verlassen.

 

Dissenz über Personalfragen

Der 36 Jahre alte Jörg Fischer zog damit die Konsequenzen aus immer wiederkehrenden Differenzen mit seinem Vater. Streitigkeiten entzündeten sich nach Angaben aus Insiderkreisen nicht an unternehmerischen Problemen, sondern an Personalfragen: So hatten sich Vater und Sohn zuletzt nicht über die Besetzung einer hochrangigen Managerstelle einigen können.

 

Familientradition abgebrochen?

Klaus Fischer werde "wieder voll reinspringen und die Fäden in die Hand nehmen", sagte ein Sprecher. Den Chefsessel übernehme er zunächst auf unbestimmte Zeit. Ob die Familientradition damit endgültig abgebrochen ist, bleibt offen - auch Klaus Fischer hatte das Unternehmen seinerzeit von seinem Vater Artur übernommen. "Die Familie hält weiterhin zusammen", betonte jedoch ein Sprecher. Vor den Mitarbeitern soll Klaus Fischer außerdem gesagt haben: "Die Tür ist zu, aber nicht so zu, dass sie nicht wieder aufgemacht werden kann."

Die Führung des Unternehmens, das vor allem für seine Dübel bekannt ist, hatte der 61-Jährige erst Anfang vergangenen Jahres an seinen Sohn übertragen; erst im Frühjahr diesen Jahres war Jörg Fischer erstmals öffentlich als Geschäftsführer aufgetreten.

 

606 Millionen Euro Umsatz

Größter Geschäftszweig von Fischer mit 80 Prozent an den Erlösen ist der Bereich Befestigungssysteme. Daneben ist das Unternehmen noch als Zulieferer für die Autoindustrie tätig und im Bereich Spielzeug mit Fischertechnik. Fischer setzte 2011 rund 606 Millionen Euro um. Ein ähnliches Ergebnis wird für das laufende Geschäftsjahr angepeilt. Angaben zum Gewinn gibt es traditionell nicht. Weltweit beschäftigt das Unternehmen etwa 3.900 Mitarbeiter.

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