05.06.2013 | GE Capital

Der Mittelstand plant Milliarden-Investitionen

Deutsche Mittelständler wollen dem Capex-Report zufolge vor allem in Maschinen investieren.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Mittelstand plant in diesem Jahr Investitionen in Gesamthöhe von 164 Milliarden – eine Steigerung zum Vorjahr um 59 Prozent. Zudem wollen die Unternehmen knapp eine Million neue Stellen schaffen.

Mit diesen Zahlen aus dem Capex-Report von GE Capital hebt sich der deutsche Mittelstand von vergleichbaren Unternehmen in anderen EU-Ländern deutlich ab. So ist Polen von 36 auf 24 Milliarden Euro Investitionsvolumen abgefallen. In Großbritannien – hier stieg das Investitionsvolumen von 42 auf 59 Milliarden – und Frankreich (Steigerung von 50 auf 63 Milliarden) wollen die Firmen ihre Investitionen moderat anheben, Italien verharrt auf rund 80 Milliarden Euro. Der Capex-Report von GE Capital sondiert halbjährlich die Stimmung des Mittelstandes in sieben EU-Ländern. Jeweils 325 mittelständische Unternehmen wurden im ersten Quartal 2013 in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Polen, Tschechien und Ungarn repräsentativ befragt.

Mehr Maschinen, mehr Personal

Die Mittelständler in Deutschland wollen dem Report zufolge vor allem in Maschinen investieren – hier planen die Unternehmen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 76,5 Milliarden Euro. 32 Prozent der Unternehmen wollen damit Kapazitäten für Neuaufträge schaffen, 23 Prozent investieren in Anlagen für neue Produkte. „Die Zeit des Abwartens scheint vorbei, der Mittelstand gewinnt an Fahrt“, folgert Joachim Secker, CEO von GE Capital in Deutschland. Auch in den meisten anderen der sieben EU-Länder stehen Investitionen in Maschinenparks an erster Stelle. Secker: „Made in Europe ist im Aufschwung.“

Zwölf Prozent wollen in Fachkräfte investieren

Auch das Thema Personal motiviert den Mittelstand zu mehr Investitionen: Zwölf Prozent der deutschen Mittelständler investieren, um Fachkräfte zu gewinnen. Mit gutem Grund, denn 48 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihr Personal aufstocken. Dies ergibt rund 986.000 neue Stellen in den kommenden zwölf Monaten (zwölf Prozent mehr, als noch vor einem halben Jahr prognostiziert wurden). Zusammen mit Großbritannien (526.000) und Italien (379.000) stellt der deutsche Mittelstand damit den Großteil von 2,4 Millionen Neueinstellungen in den sieben Ländern.

Mehr Neugeschäft

Der deutsche Mittelstand könnte deutlich mehr Umsatz machen und die Wirtschaft vorantreiben, wenn er Mittel für Zukunftsinvestitionen leichter erlangen könnte. Entsprechend geben 19 Prozent der Befragten (vor einem halben Jahr 16 Prozent) an, Neugeschäfte vor allem wegen veralteter Anlagen nicht generiert zu haben. Im besonders optimistischen und investitionsstarken Segment der Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitern waren es sogar 29 Prozent. Bei Investitionen können laut Umfrage 40 Prozent der Unternehmen auf Eigenkapital zurückgreifen. 25 Prozent nehmen Finanzdienstleister in Anspruch, 18 Prozent Leasinganbieter (bei den „größeren“ Mittelständlern bis zu 249 Mitarbeitern 29 Prozent).

Die Hausbank bleibt Nummer eins

Bei den Finanzierungspartnern stehen nach den Hausbanken (48 Prozent) Finanzierungsspezialisten beziehungsweise Leasinganbieter mit 17 Prozent (30 Prozent bei „größeren“ Mittelständlern) an zweiter Stelle. Secker: „Der Mittelstand braucht jetzt flexible Finanzierungslösungen. Eine breite Aufstellung zwischen Eigenkapital, Hausbank und unabhängigen Anbietern gewinnt zunehmend an Bedeutung.“ Insgesamt fallen alternative Finanzierungslösungen für Mittelständler immer stärker ins Gewicht. „Auch in der Factoring-Branche zeigt sich, dass der Mittelstand sich weiter verstärkt“, erklärt Dr. Alexander Moseschus vom Deutschen Factoring-Verband. „Fast 90 Prozent der Factoring-Kunden in Deutschland sind mittelständische Unternehmen.“

Kleinere Mittelständler trotzen eigenen Erwartungen

Die Zukunftsaussichten für die nächsten zwölf Monate werden von 55 Prozent aller befragten Mittelständler in Deutschland positiv bewertet, von 36 Prozent neutral und von nur zehn Prozent negativ. Daraus ergibt sich ein Netto-Zuversichtlichkeitsindex für alle Unternehmen von 45 Prozent (positive minus negative Angaben ohne Berücksichtigung neutraler Meinung). Dieser Index schwankt jedoch stark je nach Betriebsgröße. Kleinstunternehmen mit zwei bis neun Beschäftigten kommen nur auf 25 Prozent, größere Mittelständler von 50 bis 249 Mitarbeitern auf 59 Prozent. Den Erwartungen zum Trotz wollen die Kleinstunternehmen mit 63,8 Milliarden Euro (gegenüber noch 34,9 Milliarden vor einem halben Jahr) kräftig investieren, größere Mittelständler mit 32,9 gegenüber 28,7 Milliarden im Halbjahresvergleich moderater. Das mittlere Segment (10 bis 49 Mitarbeiter, 56 Prozent Zuversichtlichkeitsindex) investiert mit 66,7 Milliarden (39,4 vor einem halben Jahr) die größte Gesamtsumme.

Schlagworte zum Thema:  Mittelstand, Mittelständische Unternehmen, Fachkräfte, Neugeschäft, Finanzierung, Investition

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